U-Bahnlinie U3 von Moosach nach Fürstenried West

Der Bau der Linie U3 wurde drastisch beschleunigt, als München Mitte der 1960er Jahre den Zuschlag für die Olymp­ischen Sommerspiele 1972 bekam. 1966 wurde der erst ein Jahr zuvor verabschiedete Liniennetzplan revidiert und die U3 als Zubringer zum Olympiagelände geplant, da die ursprüngliche Streckenführung über den Hauptbahnhof in der Kürze der Zeit nicht realisierbar war und dann außerdem ein Fehlen der Anbindung an die in Fröttmaning gelegene Technische Basis den Betrieb zu riskant erscheinen ließ.1

Die U3 hat eine Streckenlänge von 21,177 km und 25 Bahnhöfe zwischen Moosach und Fürstenried West.

Streckenbeschreibung

Moosach - Olympia-Einkaufszentrum

Dieser insgesamt rund 2 Kilometer lange Abschnitt wurde am 11. Dezember 2010 als vorerst letzte Neubaustrecke der Münchner U-Bahn eröffnet. Mit dieser Eröffnung erhielt die U3 Anschluss an S- und Regionalbahnen am Moosacher Bahnhof. Dort wurde auch eine zweistöckige unterirdische Park+Ride-Anlage mit etwa 290 Plätzen über der U-Bahn-Abstellanlage errichtet. Nach dem Bahnhof Moosach folgt ein weiterer Halt mit dem Namen "Moosacher St.-Martins-Platz", der in seiner Rohbaugestaltung sehr ähnlich auf­gebaut ist, von der Gestaltung her aber ganz anders umgesetzt wurde.

U3

Moosach

2010

Der Endbahnhof Moosach der U3 verbindet das U-Bahn-Netz an dieser Stelle mit der Flughafen-S-Bahn S1 sowie dem Regionalverkehr. » mehr

U-Bahnhof Moosach
U3

Moosacher St.-Martins-Platz

2010

Der U-Bahnhof Moosacher St.-Martins-Platz der U3 unter der Pelkovenstraße ist mit 76.160 Fotos des Künstlers Masayuki Akiyoshi geschmückt. » mehr

U-Bahnhof Moosacher St.-Martins-Platz

Olympia-Einkaufszentrum - Münchner Freiheit

Im Norden wurde die U3 am 28. Oktober 2007 um zwei Bahnhöfe bis zum Kreuzungs­bahnhof Olympia-Einkaufszentrum verlängert, wo die U1 ihr nördliches Ende hat. Der folgende Bahnhof Oberwiesenfeld liegt parallel zur Moosacher Straße unter einer Grünanlage, was bei der Gestaltung die Einbindung von Tageslicht ermöglichte. Er erschließt den nördlichen Teil des Olympiaparks.

U3

Olympia-Einkaufszentrum

2007

Am U-Bahnhof Olympia-Einkaufszentrum in Moosach trifft die U3 auf die U1. Der Bahnhof der U3 liegt unterhalb des gleichnamigen Bahnhofs der U1. » mehr

U-Bahnhof Olympia-Einkaufszentrum (U3)
U3

Oberwiesenfeld

2007

Der im Jahr 2007 eröffnete U-Bahnhof Oberwiesenfeld der Linie U3 erschließt Teile Milbertshofens sowie den nördlichen Olympiapark. » mehr

U-Bahnhof Oberwiesenfeld
U3 U8

Olympiazentrum

1972

Der U-Bahnhof Olympiazentrum der Linien U3 und U8 wurde 1972 für die Olympischen Sommerspiele eröffnet und für hohes Fahrgastaufkommen viergleisig geplant. » mehr

U-Bahnhof Olympiazentrum, Gleis 1/3

Nach einem weiten Rechtsbogen wird der viergleisige Bahnhof Olympiazentrum erreicht, wo die U3 von 1972 bis 2007 ihren nördlichen Endpunkt hatte. Bis 2010 ist eine Weiter­führung bis Moosach geplant. Der Bahnhof Olympiazentrum hätte eigentlich Ober­wiesenfeld heißen sollen, weswegen im Linienband jeweils einmal "Olympiazentrum (Oberwiesenfeld)" zu lesen ist.

Über den Bahnhof Petuelring wird der viergleisige Bahnhof Scheidplatz erreicht, wo man am selben Bahnsteig gegenüber und in der Regel sogar zeitgleich zur U2 Anschluss findet. Über Bonner Platz wird schließlich der Bahnhof Münchner Freiheit erreicht, wo die Strecke in die gemeinsame U3/U6 Stammstrecke einmündet.

U3 U8

Petuelring

1972

Der U-Bahnhof Petuelring der Linie U3 trägt seinen Namen nach dem Ehepaar Petuel, die eine Million D-Mark für alte Münchner spendeten. » mehr

Wandrelief im U-Bahnhof Petuelring
U2 U3 U8

Scheidplatz

1972

Der viergleisige Kreuzungs­bahnhof Scheidplatz der Linien U2, U3 und U8 im Stadtteil Schwabing-West ist nach dem Arzt Karl Friedrich Scheid benannt. » mehr

U-Bahnhof Scheidplatz, Gleis 2/4
U3

Bonner Platz

1972

Der U-Bahnhof Bonner Platz ist wie die anderen Bahnhöfe der Olympialinie U3 in damals beliebter Sichtbetonoptik ausgeführt. » mehr

U-Bahnhof Bonner Platz

Die vier Bahnhöfe Olympiazentrum, Petuelring, Scheidplatz und Bonner Platz sind alle in Sicht­beton mit Reliefs an den Wänden gestaltet, die Leitfarbe orange für die U3 spiegelt sich im Linienband und der sonstigen Bahnhofsarchitektur wieder. Sie weichen in Form und Gestaltung bereits recht stark von der Grundform der nur kurz zuvor geplanten und ausgeführten Bahnhöfen der U6 ab, die Olympia­entscheidung und das damit verbundene Renommee rechtfertigten hier ein etwas stärkeres Selbst­bewusstsein der Bahnhöfe.

Die Bahnhöfe der "Olympialinie" vom Olympiazentrum bis Münchner Freiheit wurden vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege auf die bayerische Denkmalliste gesetzt.2

Münchner Freiheit - Implerstaße

U3 U6

Münchner Freiheit

1971

Der U-Bahnhof Münchner Freiheit der Linien U3 und U6 liegt im Herzen von Schwabing unter der Leopoldstraße auf Höhe der Feilitzsch­straße. » mehr

U-Bahnhof Münchner Freiheit nach der Neugestaltung
U3 U6

Giselastraße

1971

Der unter der Schwabinger Leopoldstraße liegende U-Bahnhof Giselastraße der U3 und U6 trägt seinen Namen nach Herzogin Gisela von Österreich. » mehr

U-Bahnhof Giselastraße
U3 U6

Universität

1971

Der U-Bahnhof Universität liegt in Nord-Süd-Richtung unter der Ludwigstraße, von Gebäuden der Ludwig-Maximilians-Universität gesäumt. » mehr

U-Bahnhof Universität

Von der Münchner Freiheit führt die Stammstrecke der U3 und U6 weiter über Giselastraße und erreicht dann den Bahnhof Universität, wo in den 1990er Jahren im Zuge der Aufzugs­nachrüstung die Festtreppe am südlichen Aufgang verlegt werden musste und jetzt etwa 10 Meter weiter nördlich auf dem Bahnsteig endet. Am nächsten Bahnhof Odeonsplatz trifft die U3 am auf die kreuzenden Linien U4 und U5, die dort überquert werden. Ursprünglich war diese Umsteige­möglichkeit nicht vorgesehen, deswegen musste der Südkopf des Bahnhofs aufwändig umgebaut werden. Die Wege zwischen den beiden Stammstrecken sind daher auch nicht in der für München gewohnten Groß­zügigkeit angelegt. Dieses Manko wird umso deutlicher, da dieser Abschnitt der am stärksten belastete im ganzen U-Bahnnetz ist.

U3 U6

Odeonsplatz

1971

Der unter der Ludwigstraße gelegene U-Bahnhof Odeonsplatz der U3 und U6 ist nach dem Odeon benannt, einem Konzertbau nach Plänen Leo von Klenzes. » mehr

U-Bahnhof Odeonsplatz
U3 U6

Marienplatz

1971

Der von Alexander von Branca entworfene U-Bahnhof Marienplatz der U3 und U6 ist der meisten genutzte U-Bahnhof im Netz der Münchner U-Bahn. » mehr

U-Bahnhof Marienplatz vor dem WM-Achtelfinale Deutschland-Schweden 2006

Am von Alexander von Branca entworfenen Bahnhof Marienplatz werden die S-Bahn-Linien S1-S8 gekreuzt, hier kommt es vor allem im Berufs- und im Stadionverkehr häufig zu Überlastungen. Der Bahnhof ist der am stärksten frequentierte im gesamten U-Bahnnetz, weswegen man sich nach der Entscheidung zum Neubau eines Fußballstadions in Fröttmaning dazu entschloss, hier durch zusätzliche Fußgängertunnel für Entlastung zu sorgen.

Zwischen 2003 und 2006 wurden neben den bestehenden Bahnsteigen zwei jeweils etwa 100 Meter lange Fußgängertunnel in bergmännischem Vortrieb gegraben, die durch 11 Mauer­durch­brüche galerieartig mit dem bisherigen Bahnsteig verbunden sind. Am südlichen Ende münden sie in den Querbahnsteig, von wo aus sich die Aufgänge zur S-Bahn anschließen. Nach Fertig­stellung der 2. S-Bahn-Stamms­trecke sollen sie am nördlichen Ende in einen neuen S-Bahnhof Marienhof münden. Die Gestaltung des Bahnhofs wurde im Ein­verständnis mit dem Architekten Alexander von Branca weitgehend bewahrt, die neuen Tunnel wurden ins Farb- und Gestaltungskonzept des in orange gehaltenen Bahnsteigs eingepasst und weitgehend mit den selben orange­farbenen Wand­verkleidungen wie der bestehende Bahnhof gestaltet. Weitere Details siehe hier.

U3 U6

Sendlinger Tor

1971

Der U-Bahnhof Sendlinger Tor der Linien U3 und U6 wurde wie die meisten 1971 eröffneten Bahnhöfe vom Architekten Paolo Nestler gestaltet. » mehr

U-Bahnhof Sendlinger Tor vor dem Umbau
U3 U6

Goetheplatz

1971

Der U-Bahnhof Goetheplatz der Linien U3 und U6 liegt in Nord-Süd-Lage unter der Lindwurm­straße und wurde bereits in den Jahren 1938-41 im Rohbau fertiggestellt. » mehr

U-Bahnhof Goetheplatz
U3 U6

Poccistraße

1978

Der in der Ludwigvorstadt gelegene U-Bahnhof Poccistraße der Linien U3 und U6 liegt nahe dem Eisenbahn-Südring unter der Lindwurmstraße. » mehr

U-Bahnhof Poccistraße

Am Sendlinger Tor werden schließlich die Linien U1 und U2 gekreuzt, deren Verlauf überquert wird. Auch hier kommt es in der Hauptverkehrszeit regelmäßig zu Überlastungen, da der Bahnsteig der U3 und U6 vergleichs­weise schmal ist für einen Umsteige­bahnhof. Aus diesem Grund werden seit 2017 hier weitere Treppenanlagen und Zugänge nachträglich errichtet. Über den bereits 35 Jahre zuvor errichteten Lindwurm­tunnel wird der ebenfalls im Rohbau vor 1941 gebaute Bahnhof Goetheplatz erreicht. In diesem Tunnelabschnitt sind die Wandaus­buchtungen für die ursprünglich vorgesehenen Ober­leitungs­masten ebenso wie die Kennzeichnungen an den Wänden als Luft­schutz­raum im Zweiten Weltkrieg noch erkennbar.

U-Bahnhof Poccistraße Poccistraße

Der folgende Bahnhof Poccistraße (nahe dem ehemaligen Nahverkehrsbahnhof München Süd) wurde nachträglich zwischen den bereits bestehenden und in Betrieb befindlichen Tunneln eingebaut und am 28. Mai 1978, also knapp drei Jahre nach dem Rest der Strecke, eröffnet. Bereits bei der Planung vorgesehen, konnte er wegen Unklarheiten der Ober­flächen­bebauung nicht sofort mitgebaut werden.

Am Bahnhof Implerstraße trennen sich die Linienwege von U3 und U6 wieder, hier besteht außerdem in Gegen­richtung ein eingleisiger Abzweig zur Betrieb­sanlage Theresienwiese, über die die Strecke der U4/U5 erreicht wird.

Implerstraße - Fürstenried West

U3 U6

Implerstraße

1975

Der dreigleisigen U-Bahnhof Implerstraße der U3 und U6 im Stadtteil Sendling ist wie die gleichnamige Straße nach einer Patrizierfamilie benannt. » mehr

U-Bahnhof Implerstraße
U3

Brudermühlstraße

1989

Der U-Bahnhof Brudermühlstraße der Linie U3 wurde zusammen mit dem Bruder­mühl­tunnel des Mittleren Rings gebaut, unter dem er liegt. » mehr

U-Bahnhof Brudermühlstraße
U3

Thalkirchen

1989

Der U-Bahnhof Thalkirchen der U3 liegt nur wenig vom Tierpark entfernt und erinnert daran schon in seiner Gestaltung mit zahlreichen Tiermotiven. » mehr

U-Bahnhof Thalkirchen

Vom dreigleisigen Verzweigungsbahnhof Implerstraße aus führt die U3 fast genau Richtung Süden. Der nächste Bahnhof Brudermühlstraße wurde zusammen mit dem darüber­liegenden Bruder­mühl­tunnel des Mittleren Rings gebaut, weswegen er vergleichsweise tief im Grundwasser liegt. Ein alter Mühlstein im Sperren­geschoss erinnert an die Tradition der Straße. Im folgenden Bahnhof Thalkirchen erinnern Tiermotive an den von Ricarda Dietz gestalteten Hinter­­gleis­wänden an den nahegelegenen Tierpark Hellabrunn. Auf der Südseite führt eine Rampe ins Freie.

U3

Obersendling

1989

Der U-Bahnhof Obersendling der U3 ist in der Form des "veredelten Rohbaus" gestaltet, die Bohrpfahlwände wurden fast genauso belassen, wie sie beim Bau entstanden sind. » mehr

U-Bahnhof Obersendling
U3

Aidenbachstraße

1989

Der U-Bahnhof Aidenbachstraße der Linie U3 trägt seinen Namen nach dem nieder­bayrischen Ort "Aidenbach". » mehr

U-Bahnhof Aidenbachstraße
U3

Machtlfinger Straße

1989

Der U-Bahnhof Machtlfinger Straße im Stadtteil Obersendling enthält Farbtafeln vom Münchner Architekten und Künstler Rupprecht Geiger. » mehr

U-Bahnhof Machtlfinger Straße

Das Isarhochufer erklimmend, hat die U3 nach knapp 30 Höhenmetern am säulenlosen Bahnhof Obersendling schließlich einen Verknüpfungs­punkt zum S-Bahnhof Siemenswerke erreicht. Obersendling war der erste Bahnhof, in dem die Planer des U-Bahn-Referats die Bohr­pfahlwände als Gestaltungs­elemente offen stehen ließen, nur in rotbraun gestrichen. Der folgende Bahnhof Aidenbachstraße zeichnet sich durch 12 gebrochene Spiegelflächen, die entsprechend den Mittel­pfeilern angeordnet sind, aus. Ähnlich wie in Obersendling wurden die Bohrpfahl­wände an der nun folgenden Machtlfinger Straße bordeauxrot gestrichen und mit Kunstobjekte von Rupprecht Geiger versehen. Als Besonderheit hat der Bahnhof angesichts seiner geringen Tiefenlage zwei große Oberlichter, über die Tageslicht in den Bahnhof eindringen kann.

U3

Forstenrieder Allee

1989

Der U-Bahnhof Forstenrieder Allee war von 1989 bis 1991 Endbahnhof der U3 und liegt unter der Kreuzung Züricher Straße / Forstenrieder Allee. » mehr

U-Bahnhof Forstenrieder Allee
U3

Basler Straße

1991

Im U-Bahnhof Basler Straße der U3 hat sich in Form eines roten Teufels der Karikaturist Ernst Hürlimann verewigt, der damit an die Basler Fasnacht erinnert. » mehr

U-Bahnhof Basler Straße
U3

Fürstenried West

1991

Der U-Bahnhof Fürstenried West ist der südliche Endpunkt der U3 und liegt etwa 10 Meter tief unter der Neurieder Straße. » mehr

U-Bahnhof Fürstenried West

Der nächste Bahnhof Forstenrieder Allee ist ähnlich wie der an der Aidenbachstraße gestaltet, jedoch enthält er Bilder des Künstlers Helmut Pfeuffer. An der Basler Straße hat sich in Form eines roten Teufels der Karikaturist Ernst Hürlimann verewigt, der damit an die Basler Fasnacht anknüpfen will. Der Aufzugsschacht lässt auch hier wieder viel Tageslicht auf den Bahnsteig einfließen. Am Endbahnhof Fürstenried West wurde erstmals ein intelligentes Lichtkonzept angewendet, das 2/3 des Lichts indirekt über große Reflektoren auf dem Bahnsteig verteilt.

Der Endbahnhof Fürstenried West liegt bereits unmittelbar an der Stadtgrenze, eine weitere Verlängerung nach Neuried ist allerdings denkbar.

Quellen

  1. 25 Jahre U-Bahnbau in München, S. 19
  2. DenkmalAtlas des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege