Typ C

Typ Nummern Baujahre
C1.9 601-610 2000-2001
C1.10 611-618 2005
C2.11 701-721 ab 2014

Nachdem die ersten Fahrzeuge vom Typ A Ende der Neunziger Jahre mit 30 Jahren in Richtung ihrer betriebswirtschaftlich sinnvollen Nutzbarkeit angelangt sind, wurde mit der Beschaffung eines Typs C begonnen. Dazu kam der erhöhte Bedarf an Fahrzeugen für die Streckenverlängerungen auf der U1 und U3 nach Moosach.

Typ C1

C-Zug 606 im U-Bahnhof Oberwiesenfeld Erstmals wurde ein Zug mit sechs durchgängig begehbaren Wagenkästen gebaut, der also nur als Langzug (äquivalent mit drei Einheiten Typ A oder B) verkehrt, ähnlich der BVG Baureihe H. Dieses Mal wurde auf Prototypen verzichtet und gleich eine Lieferung von zehn 6-Wagen-Zügen bestellt. Insgesamt ist ein C-Zug daher einschließlich der Kupplungen 113,98 Meter lang, 2,90 Meter breit und 3,55 Meter hoch. Er hat ein Leergewicht von 164 Tonnen und erreicht mit seinen 2.400 kW Leistung innerhalb von etwa 25 Sekunden seine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h.
Gebaut wurden die C-Züge von Siemens als Generalunternehmer, die Wagenkästen und das Laufwerk stammen von Bombardier.

In der Werkstatt können die 6-Wagen-Züge bis auf einen Mittelwagen verkürzt werden, was aber außer zu Wartungszwecken im Normalbetrieb nicht durchgeführt wird. Lediglich bei Fahrzeugmangel verkehren auch C-Züge in anderen Längen. Unter anderem während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 verkehrte auf der U4 für einige Tage ein C-Zug mit insgesamt nur 5 Wagen, da einer der Mittelwagen einen technischen Defekt aufwies, man aber aufgrund des erhöhten Wagenbedarfs zur Weltmeisterschaft den Zug dennoch benötigte.

Die Züge wurden vom Designer Alexander Neumeister gestaltet, der auch die ICE 3 der Deutschen Bahn entworfen hat. Der Innenraum ist in den Endwagen sowie in den Sitzgruppen an den Wagenübergängen mit Holzsitzen quer zur Fahrtrichtung ausgestattet, alle anderen Sitzgruppen sind in der für München üblichen Vis-à-vis-Anordnung mit Polstersitzen ausgeführt. Die Fenster reichen weiter herunter als in den A- und B-Wagen. In den Eingangsbereichen der Wagen befinden sich gepolsterte Bereiche, die für stehende Fahrgäste zum Anlehnen gedacht sind.

Seit 11. November 2002 gingen nach diversen Verzögerungen die ersten Einheiten der neuen Wagengeneration in Betrieb, die nun auch über computergesteuerte optische und akustische Fahrgastinformationssysteme verfügen. Insgesamt gibt es 10 Fahrzeuge vom Typ C1.9 sowie 8 Fahrzeuge des lediglich geringfügig abgewandelten Typs C1.10. Sie werden auf allen Linien eingesetzt, auf denen Langzüge verkehren, auf der U4 sind sie deshalb nur selten anzutreffen.

Innenraum eines C-Zuges Innenraum eines C-Zuges Innenraum eines C-Zuges Innenraum eines C-Zuges

Typ C2

Beschaffungsgeschichte

Fotomontage des geplanten C2-Zuges Fotomontage des
neuen Zuges
Bild: SWM/MVG
Unterzeichnung des Vertrages zum Kauf der C2-Züge Unterzeichnung der
C2-Kaufverträge
C2-Zug 701 bei einer der ersten Fahrten im Betriebshof Fröttmaning C2-Zug 701 bei
einer Probefahrt
C2-Zug Präsentation im U-Bahnhof Georg-Brauchle-Ring Vorstellung des Zuges
für die Öffentlichkeit
C2-Zug 702 am Marienplatz am ersten Einsatztag Erster Tag als reguläre U6

Wegen Kürzung staatlicher Fördergelder für Fahrzeuge des Stadtverkehrs gerieten die Neubeschaffungen von U-Bahnzügen nach Ablieferung der bestellten 18 C-Züge ins Stocken. Nachdem die ersten U-Bahnzüge des Typs A mittlerweile über 40 Jahre in Betrieb sind, wird die Notwendigkeit einer Neubeschaffung für die MVG immer größer.

Im September 2009 gab die MVG bekannt, die ursprünglich für 2012 vorgesehene Bestellung von 14 Langzügen um zwei Jahre vorzuziehen und startete hierfür eine europaweite Ausschreibung. Gefallene Rohstoffpreise und vorhandene Produktionskapazitäten auf dem europäischen Markt für Schienenfahrzeuge führten zu dieser Entscheidung. Bei einer erfolgreichen Ausschreibung würde die Bestellung im ersten Halbjahr 2010 getätigt, mit einer Lieferung der Züge wäre dann ab 2012 zu rechnen. Angesichts eines Investitionsvolumens von über 100 Millionen Euro ist die MVG hierbei auf eine Förderung durch den Freistaat Bayern angewiesen.

Wie die MVG im November 2010 bekannt gab, werden ab dem Jahr 2013 weitere 21 Einheiten vom Typ C2.11 beschafft, die sich äußerlich in der Frontpartie und geänderte Türschließanzeigen in Form von roten Lichtleisten außen an den Türen sowie im Inneren durch eine veränderte Sitzaufteilung sowie ein anderes Lichtkonzept auf Grundlage von LED-Leuchtmitteln unterscheiden. Bis 2015 soll die Auslieferung dieser 21 6-Wagen-Züge abgeschlossen sein. Anschließend bestehen zwei Option auf jeweils 23 Einheiten, die bis zum Jahr 2016 bzw. 2020 eingelöst werden können.

Die neuen Züge sollen erstmals eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h erreichen können, auch wenn derzeit noch unklar ist, wo diese Höchstgeschwindigkeit im derzeitigen Netz ausgefahren werden kann, da alle Strecken nur für 80 km/h zugelassen sind.

Am 20. Januar 2014 erreichte der erste Zug den Betriebshof der MVG in Fröttmaning, einen guten Monat später am 21. Februar 2014 präsentiert ihn die MVG im Bahnhof Georg-Brauchle-Ring. Seither absolvieren die Züge zahlreiche Mess- und Abnahmefahrten im Betriebshof oder (in den Nachtstunden) auch im Gesamtnetz.

Durch den stark verzögerten Zulassungsprozess der neuen U-Bahn-Wagen konnte mit der U6 die erste vollständige Linie im Fahrgastbetrieb erst am 4. November 2016 befahren werden. Zuvor waren in mehreren Etappen einzelne Abschnitte der nördlichen U6 bereits möglich, hier fuhren die neuen C2-Züge zwischen regulären Zügen der U6.

Unterschiede der zweiten Bauserie

Neben zahlreichen technischen Unterschieden gibt es auch einige für den Fahrgast klar erkennbare Neuerungen:

  • Die Front erhielt eine leicht veränderte Form und neue, besser lesbare Zugzielanzeiger
  • Im Gegensatz zu den Zügen der ersten Bauserie wurde die Beleuchtung von Leuchtstoffröhren und Halogen-Spots auf LED umgestellt, womit andere Arten der Lichtgestaltung möglich sind.
  • Ebenfalls verändert wurde die Sitzaufteilung: neben den nun durchgängig eingesetzten Polstersitzen wurden an den jeweils nördlichen Wagenübergangen jedes Einzelwagens sechs Quersitze entfernt und durch Anlehnpolster ersetzt. Dadurch soll der Fahrgastwechsel beschleunigt werden, da in der Nähe der Türen hier nun mehr Stehplätze vorhanden sind.
  • Alle Züge werden ab Werk mit dem Fahrgastfernsehen "Münchner Fenster" ausgestattet, das außerdem die nächsten Haltestellen und die dortigen Umsteigemöglichkeiten anzeigt.
  • Die Türen wurden mit gut sichtbaren LED-Leisten ergänzt, die bei freigegebenen Türen grün leuchten, bei eingeleiteter Türschließung hingegen rot.

Bilder von der Vorstellung des Zuges am 21. Februar 2014

C2-Zug Präsentation im U-Bahnhof Georg-Brauchle-Ring Front des C2-Zugs 701 Freigegebene Türen eines C2-Zuges Freigegebene Türen eines C2-Zuges
LED-Lichtleiste im C2-Zug über einer nicht freigegebenen Tür Wagenübergang eines C2-Zuges Wagenübergang mit vergrößertem Stehbereich im C2-Zug Innenraum eines Mittelwagens im C2-Zug
Endwagen des C2-Zuges Innenraum eines Mittelwagens im C2-Zug Wagenübergang mit vergrößertem Stehbereich im C2-Zug Beleuchtungskonzept des C2-Zuges

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