Bahnhöfe

Das Münchner U-Bahn-Netz verfügt über insgesamt 100 Bahnhöfe (Kreuzungsbahnhöfe mit mehreren Ebenen dabei doppelt gezählt). Bis auf die oberirdischen Bahnhöfe Studentenstadt, Freimann, Kieferngarten, Fröttmaning, Garching-Hochbrück (alle U6) sowie Neuperlach Süd (U5) liegen alle Bahnhöfe als Tunnelbahnhöfe in mindestens einfacher Tiefenlage. Die Bahnsteige haben in der Regel eine Länge von etwa 120 Metern; eine Ausnahme bildet lediglich der Bahnhof Goetheplatz, der wegen seiner ursprünglichen Planung in den 1930er Jahren länger ausgeführt wurde.

Nördliches Sperrengeschoss im U-Bahnhof Candidplatz
Sperrengeschoss im U-Bahnhof Candidplatz

Die meisten Bahnhöfe verfügen zwischen Oberfläche und Bahnsteigebene über ein Sperrengeschoss – die Eingangsebene mit Fahrkartenautomaten und Informationspunkten, von der aus Fahr- und Festtreppen sowie Aufzüge auf den Bahnsteig führen. Der Begriff rührt von den "Bahnsteigsperren", die ursprünglich den freien Zugang zu den Bahnsteigen verhindern sollten und heute nur noch in Form der Fahrkartenentwerter erkennbar sind.

Gleise und Bahnsteige

Die meisten Bahnhöfe sind zweigleisig mit einem Mittelbahnsteig ausgestattet. Seitenbahnsteige existieren lediglich an den Bahnhöfen Olympia-Einkaufszentrum (U1), Richard-Strauss-Straße (U4), Neuperlach Süd (U5), Garching-Hochbrück und Nordfriedhof (beide U6).

U-Bahnhof Scheidplatz, Gleis 2/4
U-Bahnhof Scheidplatz, Gleis 2/4

Die Kreuzungsbahnhöfe Scheidplatz und Innsbrucker Ring sind viergleisig ausgeführt, ebenso die Verzweigungsbahnhöfe Hauptbahnhof und Münchner Freiheit sowie die Bahnhöfe Olympiazentrum, Kieferngarten und Fröttmaning. Am Kieferngarten befindet sich die Einfahrt zur Technischen Basis; am Olympiazentrum und in Fröttmaning wird die höhere Kapazität wegen des Fahrgastandrangs bei Großveranstaltungen benötigt.

Dreigleisig sind die Bahnhöfe Implerstraße, Max-Weber-Platz sowie Kolumbusplatz ausgeführt, an denen jeweils zwei Linien in eine gemeinsame Stammstrecke im Innenstadtabschnitt einfahren.

Querbahnsteig mit Aufgängen zur U3/U6 im U-Bahnhof Sendlinger Tor (U1/U2)
Querbahnsteig mit Aufgängen zur U3/U6 im U-Bahnhof Sendlinger Tor

Eine besondere Bauform sind sogenannte Turmbahnhöfe, bei denen zwei Linien auf übereinanderliegenden Ebenen geführt werden. Im Münchner Netz existieren mehrerer solche Anlagen: Am Sendlinger Tor (Sendlinger Tor/Sendlinger Tor), am Odeonsplatz (Odeonsplatz/Odeonsplatz), am Hauptbahnhof (Hauptbahnhof/Hauptbahnhof) und am Olympia-Einkaufszentrum (Olympia-Einkaufszentrum/Olympia-Einkaufszentrum) liegen die Bahnsteige zweier Linien je auf verschiedenen Etagen übereinander.

Architektur und Gestaltung

U-Bahnhof Odeonsplatz (U3/U6)
U-Bahnhof Odeonsplatz – typischer Nestler-Bahnsteig der Eröffnungsgeneration

Die Gestaltung der Bahnhöfe spiegelt die jeweilige Bauepoche wider. Die ältesten Bahnhöfe aus dem Eröffnungsjahr 1971 wurden meist vom Architekten Paolo Nestler in Zusammenarbeit mit dem städtischen U-Bahn-Referat geplant; charakteristisch sind keramikverkleidete Stützen und farblich abgestimmte Faserzementplatten an den Hintergleiswänden. Die Bahnhöfe der Olympialinie U3 wurden vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege auf die Bayerische Denkmalliste gesetzt. Die Bahnhöfe der 1980er Jahre folgen einem nüchterneren Gestaltungsprinzip mit farbigen Wandpaneelen, Aluminiumlamellen-Decken und Isarkiesel-Kunststein-Böden. Neuere Bahnhöfe ab den 1990er Jahren weisen individuelle architektonische Konzepte auf.

» Mehr zur Architektur der Münchner U-Bahnhöfe

Barrierefreiheit

Taktiles Leitsystem im Bahnhof Alte Heide
Taktiles Leitsystem im Bahnhof Alte Heide

Alle Bahnhöfe sind über Fahrtreppen, Rampen oder Aufzüge barrierefrei erreichbar. Das Netz verfügt über 732 Fahrtreppen und 176 Aufzüge (Stand Oktober 2023). Ab den 1980er-Jahren wurden neu gebaute Bahnhöfe bereits entsprechend ausgestattet, ältere wurden nachgerüstet, zuletzt der Bahnhof Freimann. Die Bahnsteighöhe beträgt 91 cm (frühe Bahnhöfe bis in die 1980er Jahre) bzw. 96 cm (spätere Bahnhöfe) über Schienenoberkante, was ein rasches Einsteigen in die ebenso hohen Züge ermöglicht. An 51 Bahnhöfen werden außerdem gelbe Klapprampen ergänzt, die den Höhenunterschied zwischen Fahrzeug und Bahnsteig auf maximal 5 cm gemäß DIN 18040-3 reduzieren und das Einsteigen für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste weiter erleichtern.

Alle Bahnhöfe wurden mit einem taktilen Rillenband vor der Bahnsteigkante ausgestattet; für die flächendeckende Nachrüstung erhielten die Stadtwerke 1996 den Integrationspreis des Bayerischen Blindenbundes. Im Rahmen eines laufenden Modernisierungsprogramms werden die Bodenindikatoren bis voraussichtlich Ende 2028 an allen Bahnhöfen erneuert: Die bisherigen Rillenstreifen an der Bahnsteigkante werden durch breite, kontrastreiche Rippen mit gelber Markierung ersetzt; an Kreuzungspunkten und Abzweigstellen kommen Noppenfelder hinzu. Ergänzt wird das System durch Handlaufbeschriftungen und kontrastreiche Beschilderungen. Am Hauptbahnhof erinnert an Gleis 1 in Höhe des nördlichen Zugzielanzeigers eine Inschrift am Boden an die Einführung des taktilen Leitsystems.

Information und Leitsystem

TFT-Zugzielanzeiger im U-Bahnhof Olympiazentrum
Zugzielanzeiger in TFT-Technik

An jedem Bahnsteig informieren elektronische Zugzielanzeiger (ZZA) über die nächsten abfahrenden Züge, Liniennummer, Fahrziel und Wartezeit in Minuten. Ergänzt werden sie durch Lautsprecher für automatische Haltestellenansagen sowie manuelle Durchsagen des Fahrpersonals. Im Sperrengeschoss geben weitere Abfahrtsmonitore einen schnellen Überblick über alle Abfahrten der Station. In den Zügen selbst sind im Fahrgastfernsehen „Münchner Fenster" zudem die nächsten Halte und Umsteigeverbindungen zu sehen.

» Zugzielanzeiger im Münchner U-Bahn-Netz

Ausstattung

Kiosk im U-Bahnhof Ostbahnhof (zwischenzeitlich abgebaut)
Kiosk im U-Bahnhof Ostbahnhof

Die meisten Bahnhöfe verfügen ferner über einen Kiosk oder andere Verkaufsstände im Sperrengeschoss und teilweise auch auf dem Bahnsteig. In weiteren Betriebsräumen sind technische Betriebsanlagen untergebracht, etwa Gleichrichterwerke zur Stromversorgung oder Stellwerkstechnik. Häufig sind in den Bahnhöfen auch Toiletten vorhanden.

Einige U-Bahnhöfe haben in ihren Sperrengeschossen auch direkten Zugang zu angrenzenden Kaufhäusern, so etwa am Marienplatz, an der Münchner Freiheit, am Hauptbahnhof, Karlsplatz (Stachus), Dülferstraße oder dem Olympia-Einkaufszentrum.

An 22 Bahnhöfen stehen darüber hinaus Park+Ride-Anlagen zur Verfügung.