Geplante Linie "U9"

Der Planungstitel "U9" bezeichnet eine 10,5km lange Entlastungsstrecke, die die Stammstrecke der U3 und U6 entflechtet und zusätzlich über eine Verbindungsspange mehr Kapazität für den Nordast der U2 schafft. Der viergleisige neue Bahnhof am Hauptbahnhof wäre auch eine Vorleistung für eine spätere Entflechtung der U1/U2-Stammstrecke, da nach Süden ebenfalls eine weitere neue Strecke anschließen könnte.

Anfang der 2020er laufen die Vorplanungen hierfür an, ein Baubeginn ist in den 2030er-Jahren geplant. Eine Inbetriebnahme wäre bei einem unterstellten Baubeginn in den frühen 2030er-Jahren ab Anfang der 2040er-Jahre zu erwarten.

Gründe für eine neue Strecke

Stand 2018: Möglicher Linienplan U-Bahn mit einer U9-Spange
Mögliches Liniennetz mit U9

Die bestehenden Innenstadtstrecken und Umsteigebahnhöfe sind bereits heute an ihrer Belastungsgrenze, Prognosen für die Bevölkerungs- und Fahrgastentwicklung deuten darauf hin, dass hier in den kommenden Jahren immer häufiger diese Grenze überschritten werden wird. Auch durch die 2. S-Bahn-Stammstrecke werden mehr Fahrgäste aus dem Umland ins Stadtzentrum fahren, was auch zu mehr Fahrgästen im U-Bahn-Netz führen wird.

Die Münchner Verkehrsgesellschaft führt folgende Vorteile des Baus der U9 auf1:

Nach Prognosen für das Jahr 2035 werden täglich rund 90.000 Fahrgäste den Abschnitt zwischen Hauptbahnhof und Münchner Freiheit nutzen – vergleichbar mit dem heutigen Verkehrsaufkommen etwa im Abschnitt Stiglmaierplatz–Hauptbahnhof (U1/U7).

Planungsstand

Nach aktuellem Planungsstand fädelt die U9 von Norden kommend südlich des Bahnhofs Dietlindenstraße aus der bisherigen U6-Trasse aus und führt über einen neu zu bauenden weiteren Bahnhof an der Münchner Freiheit und die Bahnhöfe Elisabethplatz sowie Pinakotheken zum Hauptbahnhof, wo die Zweigstrecke vom Bahnhof Theresienstraße in die gemeinsame viergleisige Station einmündet.

Südlich des neuen Bahnhofs Hauptbahnhof sollen die äußeren beiden Streckengleise als Weiterführung Richtung Kolumbusplatz in der weiteren Zukunft auch die Stammstrecken der U1 und U2 trennen (Zeithorizont 2050+).

Die mittleren beiden Gleise führen über Esperantoplatz zum neu zu bauenden doppelstöckigen Bahnhof Impler-/Poccistraße. Hier mündet von Norden her die bisherige Stammstrecke von U3 und U6 ein. Richtung Süden teilen sich die U3 (Brudermühlstraße und U6 Harras auf in die bisherigen Strecken.

Geplantes Betriebskonzept

Im Regelbetrieb ist folgende Linienaufteilung vorgesehen: Die U9 übernimmt die Strecke Garching-Forschungszentrum – Martinsried über die Neubaustrecke Münchner FreiheitHauptbahnhofImpler-/Poccistraße und ersetzt damit die U6 auf diesem Abschnitt. Die U3 bleibt unverändert auf der Relation Moosach – Fürstenried West via Marienplatz. Eine neue Linie U29 verbindet den Nordast der U2 über einen Abzweig am Bahnhof Theresienstraße mit der U9 und schafft so zusätzliche Direktverbindungen aus dem Münchner Norden in Richtung Süden.

Die U9 soll als erste Strecke der Münchner U-Bahn für einen automatisierten Betrieb ausgerüstet werden. Ebenso wird untersucht, ob Bahnsteigtüren hier zum Einsatz kommen können.

Im November 2022 bekannte sich der Stadtrat in einer Grundsatzentscheidung auch erneut zum Bau der U9, da konkret die Vorhaltemaßnahme zum geplanten U-Bahnhof am Hauptbahnhof im Zuge der Zweiten S-Bahn-Stammstrecke mitgebaut werden muss. 2

Im Februar 2024 begann die Vorplanung der U9 auf dem Südabschnitt zwischen Hauptbahnhof und dem Anschluss an die südlichen Streckenenden der heutigen U3 und U6. Die Planung wird von den Stadtwerken München (SWM) gemeinsam und mit Unterstützung durch das Baureferat durchgeführt.

Für die Vorplanung des südlichen U9-Abschnitts sind ab 2024 etwa drei Jahre vorgesehen. Es wird insbesondere die Vorzugsvariante der Trassierung im Detail geprüft. Bei Bedarf werden kleinräumige Varianten betrachtet. Auch die voraussichtliche Dimension der Bauwerke wird bemessen. Die Ergebnisse aus dem Bohrprogramm für den südlichen Abschnitt, das voraussichtlich Ende März abgeschlossen wird, fließen in die Planungen ein. Außerdem werden weitere geologische Gegebenheiten, Umweltauswirkungen wie Lärm, Erschütterung, der Eingriff in den Straßenverkehr sowie in Grünflächen untersucht. 3

Im April 2024 wurden die notwendigen vertraglichen Vereinbarungen zwischen der Landeshauptstadt München, der Deutschen Bahn und dem Freistaat Bayern getroffen, die als Voraussetzung für den gemeinsamen Bau der Vorhaltemaßnahme am Hauptbahnhof im Zuge der 2. S-Bahn-Stammstrecke gelten. Das Bohrprogramm für den nördlichen Abschnitt zwischen Hauptbahnhof und Theresienstraße lief von August bis Ende November 2025.

Die Gesamtkosten des Projekts wurden zuletzt im Jahr 2022 auf rund 4 Milliarden Euro geschätzt (2019: ca. 3 Milliarden Euro). Allein die im Zuge der 2. S-Bahn-Stammstrecke vorzubauende Vorhaltemaßnahme am Hauptbahnhof schlägt nach aktueller Schätzung mit rund 562 Millionen Euro zu Buche (ursprüngliche Schätzung 2019: 393 Millionen Euro). Zur Finanzierung des Gesamtprojekts wird bei einem positiven Nutzen-Kosten-Verhältnis eine Aufteilung von 75 % Bund, 15 % Freistaat Bayern und 10 % Stadt München angestrebt. Die reine Bauzeit wird auf rund zehn Jahre geschätzt.

Planungs-Meilensteine

Geplante Bahnhöfe der U9-Strecke

Zu erweiternde U-Bahnhöfe

Neu zu bauende U-Bahnhöfe

Weitere Informationen