Planungen

Auch wenn die größte Phase des U-Bahnbaus mittlerweile vorbei ist, gibt es nach wie vor Projekte zur Verlängerung einzelner Strecken.

Zuletzt im Bau

Verlängerung der U3 vom Olympia-Einkaufszentrum nach Moosach

Dieser insgesamt rund 2 Kilometer lange Abschnitt ist mittlerweile fertiggestellt. Nachdem der viergleisige Bahnhof Olympiazentrum seit 1972 der nördliche Endbahnhof war, wurde bereits am 28. Oktober 2007 mit den beiden Bahnhöfe Oberwiesenfeld (ursprünglich als "Olympiapark Nord" vorgesehen) und Olympia-Einkaufszentrum hier nach 35 Jahren die erste Erweiterung der U3 eröffnet.

Bahnsteighalle des künftigen U-Bahnhof Moosach Bis Moosach folgt noch ein Bahnhof mit dem Namen "Moosacher St.-Martins-Platz" heißen. Bis Ende 2010 wurde dieser Abschnitt fertiggestellt und damit Anschluss an S- und Regionalbahnen am Moosacher Bahnhof geboten. Dort wurde auch eine zweistöckige unterirdische Park+Ride-Anlage mit etwa 290 Plätzen über dem U-Bahn-Tunnel errichtet.

In Planung

Verlängerung der U6 im Süden nach Martinsried

Diese Verlängerungsoption ist derzeit am weitesten fortgeschritten im Planungsstadium. Die Ballung von Forschungsinstituten der Münchner Universitäten in Martinsried hat zu Planungen seitens der Gemeinde Planegg, zu der Martinsried gehört, geführt, diese 1,282 Kilometer lange Verlängerung der U6 mit einem Bahnhof in Angriff zu nehmen.

Weitere Details » siehe Auslegung Planunterlagen Martinsried.

Verlängerung der U5 vom Laimer Platz nach Pasing

Angesichts der angespannten Haushaltslage wurde diese Maßnahme lange zurückgestellt, erst seit 2008 sind dafür wieder Gelder des Stadtrates für bauvorbereitende Maßnahmen vorgesehen. Geplant ist eine 3,202 Kilometer lange Verlängerung über die Bahnhöfe Willibaldstraße und Am Knie nach Pasing (Bahnhof). Diese Verlängerung wurde von der SPD-CSU Koalition im Münchner Stadtrat als konkret zu bauend beschlossen, erste Arbeiten könnten 2018 beginnen.
Die Relation Pasing-Hauptbahnhof wird heute bereits von vier S-Bahn-Linien und der Trambahnlinie 19 bedient und ist dort häufig am Kapazitätslimit.

Hinter dem Bahnhof Willibaldstraße besteht ferner die Option eines Abzweigs in Richtung Blumenau, der aber angesichts der nur geringen Bebauungsdichte dort ebenfalls wenig wahrscheinlich ist und auch nicht Gegenstand genauerer Planungen war.

Neue Linie "U9" zur Entlastung der U2, U3 und U6

Ein City-Bypass zwischen Implerstraße und Münchner Freiheit zur Entlastung der Nord-Süd-Strecken ist Gegenstand einer Zukunftsvision der U-Bahn-Planungen in München. Noch existieren hier nur grobe Vorplanungen, jedoch sollen dadurch die Innenstadtabschnitte von U2, U3 und U6 entlastet werden. Diese heute schon stark belasteten Strecken werden in den nächsten Jahrzehnten noch stärker ausgelastet, daher soll durch die Führung einer Linie von der Münchner Freiheit mit Zwischenhalt in der Nähe der Technischen Universität über den Hauptbahnhof weiter zur Implerstraße dieser Abschnitt deutlich entlastet werden. Durch die Führung zum Hauptbahnhof entsteht zudem eine direkte Fahrtmöglichkeit vom Hauptbahnhof zur Allianz Arena in Fröttmaning.

Diese Planungen sind allerdings eher in einem Planungshorizont ab 2020 zu sehen. Weitere Details » siehe Beitrag vom 11. Februar 2014.

Verlängerung der U4 vom Arabellapark nach Englschalking

Diese Strecke ist eigentlich eigentlich ebenso wie die nach Pasing im 3. Mittelfristprogramm für den U-Bahnbau enthalten und deswegen auch vom Baureferat der Landeshauptstadt München genau geplant. Über die Bahnhöfe Cosimapark und Fideliopark soll hier der S-Bahnhof Englschalking erreicht werden.

Angesichts der ohnehin geringen Auslastung der U4 und knapper öffentlicher Kassen ist dieses Projekt aber vorerst zurückgestellt. Ein prognostizierter Fahrgastzuwachs durch die Verlängerung würde weitgehend zulasten der Flughafen-S-Bahn in Englschalking gehen und insgesamt keine neuen Fahrgäste anziehen.

Verlängerung der U1 vom Mangfallplatz aus nach Grünwald

Die ursprüngliche Planung sah hier vor, die Tram 25 nach Grünwald durch eine U-Bahn zu ersetzen. Von diesen Plänen hat man aber mittlerweile abgesehen, da die Fahrgastzahlen eine Bedienung durch eine vielfach teurere U-Bahn einfach nicht rechtfertigen.

Verbindung vom Hauptbahnhof zur Allianz Arena

Da das neue Stadion in Fröttmaning nur durch die U6 erschlossen wird, besteht keine direkte Verbindung zum Hauptbahnhof. Um diesen Missstand zu beheben, gibt es verschiedene Überlegungen:

Eine Verbindung direkt über die Panzerwiese zwischen den Bahnhöfen Harthof und Fröttmaning

Sie könnte weitgehend oberirdisch verlaufen, allerdings erschließt sie keine neuen Gebiete für die U-Bahn und sie wäre außerhalb des Stadionbetriebs nicht in Betrieb. Diese Variante ist deswegen schnell verworfen worden.

Eine Verbindung zwischen Am Hart und Fröttmaning

Bei dieser Verbindung könnte etwa im Euro-Industriepark noch ein Zwischenhalt angelegt werden, der dieses Gebiet mit ÖPNV erschließt. Allerdings müsste fast die komplette Strecke unterirdisch gebaut werden. Je nachdem, wo die Strecke genau liegt, wäre auch ein Bahnhof denkbar, der das Wohngebiet an der Heidemannstraße besser anschließt. Die freiwerdenden Kasernenflächen in diesem Gebiet könnten dieser Planung Auftrieb geben. Im Mehrjahresinvestitionsprogramm 2006-2010 der Landeshauptstadt München ist dieses Vorhaben mit zwei Zwischenbahnhöfen jedenfalls enthalten.

Die sogenannte "City-Spange"

Sie soll entweder von der Zweiten S-Bahn-Stammstrecke oder von der U4/U5 kurz nach dem Hauptbahnhof abzweigen soll und dann über einen Zwischenbahnhof Pinakotheken/TU an der Münchner Freiheit die Strecke der U6 erreichen. Der verkehrliche Nutzen für diese Strecke wäre gegeben, sie würde außerdem die stark belastete U3/U6 Stammstrecke und den Umsteigebahnhof Marienplatz entlasten. Die immensen Kosten für die Aus- und Einfädelung dieser Strecke im Innenstadtbereich haben jedoch zur Zurückstellung dieser Idee geführt.

Verlängerung der U6 im Norden nach Neufahrn

Die Forderung nach einer Verlängerung aus den nördlichen Umkreisgemeinden, vor allem Garching, Eching und Neufahrn, kamen in den letzten Jahren immer wieder ins öffentliche Interesse. Die MVG stellte hierzu auch bereits Voruntersuchungen an, welche Trassenmöglichkeiten es zu einer Verlängerung der U6 um rund 7 Kilometer Richtung Neufahrn gibt. » siehe Machbarkeitsstudie zur U6 Verlängerung nach Neufahrn.

Weitere Perspektiven

Vermutlich endet demnächst die gut 45-jährige Epoche des U-Bahn-Baus in München, nahezu an jedem Linienende wären zwar weitere Verlängerungen denkbar, allerdings rechtfertigt die heutige Siedlungsstruktur außerhalb des Stadtgebietes im Moment keine weiteren Verlängerungen. Selbst die in Planung befindlichen Projekte sind in den nächsten Jahren eher unwahrscheinlich - mit der Ausnahme der Verlängerung nach Martinsried. Auf einen längeren Zeithorizont hin betrachtet ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass die Münchner U-Bahn noch die ein oder andere Verlängerung außerhalb der Stadtgrenzen oder neben den bestehenden Planungen erfährt.

Die teilweise mittlerweile gut 50-jährigen Bauwerke benötigen aber auch optische wie funktionelle Auffrischungen, Betonsanierungen und Austausch der Technik beschäftigt die Mitarbeiter der Münchner Verkehrsgesellschaft und des Baureferates auch weiterhin. Umbauten wie die nachträglich erstellten zusätzlichen Bahnsteigtunnel am Marienplatz erfordern ähnlichen Aufwand wie ein gänzlicher Bahnhofsneubau, zumal sie unter laufendem Betrieb stattfinden müssen.

Den Auftakt zu größeren Sanierungen mit längeren Sperrungen macht die Streckensperrung zur Sanierung des Abschnitts Münchner Freiheit - Scheidplatz. Hier verkehren zwischen 31. Oktober 2016 und 31. März 2017 keine Züge der U3, um diesen Abschnitt sanieren zu können.