Weitere Ausbauplanungen

Auch wenn die größte Phase des U-Bahnbaus mittlerweile vorbei ist, gibt es nach wie vor Projekte zur Verlängerung einzelner Strecken. Seit 2022 sind nach mehr als 10-jähriger Pause wieder Streckenabschnitte im Bau.

In Bau

Verlängerung der U6 im Süden nach Martinsried

Streckenverlauf U6 Martinsried Die Verlängerung der U6 bis Martinsried ist seit Februar 2023 in Bau. Die Ballung von Forschungs­instituten der Münchner Universitäten in Martinsried hat zu Planungen seitens der Gemeinde Planegg, zu der Martinsried gehört, geführt, diese 1,282 Kilometer lange Verlängerung der U6 mit einem Bahnhof in Angriff zu nehmen. Mit der Fertigstellung wird die U6 an beiden Linienenden die Stadtgrenze überschreiten. Eine Fertigstellung wird derzeit bis Ende 2027 angestrebt.
Eine weitere Verlängerung in Richtung Planegg ist denkbar.

Die Planungs­geschichte der Verlängerung reicht bis in die frühen 1990er Jahre zurück; der Planfeststellungs­beschluss wurde bereits am 17. September 2013 erlassen – rund zehn Jahre vor dem Spatenstich im Februar 2023. Mehrere Planänderungen (Tekturen) passten das Vorhaben seitdem schrittweise an. Das Nutzen-Kosten-Verhältnis wurde mit 1,32 berechnet; die Reise­zeit von Martinsried zum Marienplatz soll sich durch die U6 von rund 29 Minuten mit dem Bus auf 21 bis 23 Minuten verkürzen.

» Baustellenreport U6-Verlängerung nach Martinsried

Verlängerung der U5 vom Laimer Platz nach Pasing

Streckenverlauf U5 Laimer Platz–Pasing Angesichts der angespannten Haushaltslage wurde diese bereits im 3. Mittel­frist­programm für den U-Bahn-Ausbau enthaltene Maßnahme lange zurückgestellt, erst seit 2008 sind dafür wieder Gelder des Stadtrates für bauvorbereitende Maßnahmen vorgesehen. In Bau ist eine 3,202 Kilometer lange Verlängerung über die Bahnhöfe Baumschule Laim und Am Knie nach Pasing. Diese Verlängerung wurde von der SPD-CSU Koalition im Münchner Stadtrat als konkret zu bauend beschlossen, erste vorbereitende Arbeiten begannen im Jahr 2020. Der Beginn der Haupt­bau­maßnahme erfolgte 2022, eine Fertigstellung ist nicht vor ca. 2030 zu erwarten. Die Planfeststellungsanträge für die drei Streckenabschnitte wurden zwischen Dezember 2017 und Herbst 2018 bei der Regierung von Oberbayern eingereicht; der Planfeststellungsbeschluss für den letzten Abschnitt bis Pasing erging im Jahr 2021.
Die Relation Pasing-Hauptbahnhof wird heute bereits von mehreren S-Bahn-Linien und der Trambahn­linie 19 bedient und ist dort häufig am Kapazitätslimit.

» Baustellenreport U5-West Laimer Platz – Pasing

In Untersuchung

Verlängerung der U5 nach Freiham

Die rund 4,7 km lange zweite Ausbaustufe von Pasing in den neuen Stadtteil Freiham soll direkt anschließend an die Fertigstellung bis Pasing beginnen. Das Stadtquartier auf rund 350 Hektar soll langfristig bis zu 30.000 Einwohner und 15.000 Arbeitsplätze aufnehmen. Vier neue Bahnhöfe sind geplant: Westkreuz, Radolfzeller Straße, Riesenburgstraße und Freiham Zentrum.

» Mehr zur Planung U5 nach Freiham

Neue Linie "U9" zur Entlastung der U2, U3 und U6

Der Planungstitel "U9" bezeichnet eine 10,5km lange Entlastungsstrecke, die die Stammstrecke der U3 und U6 entflechtet und zusätzlich über eine Verbindungs­spange mehr Kapazität für den Nordast der U2 schafft. Anfang der 2020er laufen die Bauplanungen hierfür, eine Fertigstellung ist nicht vor Ende der 2030er-Jahre zu erwarten.

Stand 2018: Möglicher Linienplan U-Bahn mit einer U9-Spange
Mögliches Liniennetz mit U9

Die bestehenden Innenstadt­strecken und Umsteige­bahnhöfe sind bereits heute an ihrer Belastungs­grenze, Prognosen für die Bevölkerungs- und Fahrgast­entwicklung deuten darauf hin, dass hier in den kommenden Jahren immer häufiger diese Grenze überschritten werden wird. Auch durch die 2. S-Bahn-Stammstrecke werden mehr Fahrgäste aus dem Umland ins Stadtzentrum fahren, was auch zu mehr Fahrgästen im U-Bahn-Netz führen wird.

Weitere Details » Artikel zum Projekt U9.

Zu erweiternde U-Bahnhöfe

Neu zu bauende U-Bahnhöfe

Verlängerung der U4 vom Arabellapark nach Englschalking

Die rund 3 km lange Verlängerung der U4 von Cosimapark nach Englschalking wird im Zusammenhang mit der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme SEM-Ost geplant. Das Entwicklungsgebiet Münchner Nordosten umfasst über 600 Hektar; über Englschalking hinaus ist ein weiterer Bahnhof (Arbeitstitel Pellegrinistraße) geplant. Die Planung hängt vom viergleisigen Ausbau der S8 zwischen Daglfing und Johanneskirchen ab.

» Mehr zur U4-Verlängerung nach Englschalking

Mögliche Optionen

Verlängerung der U4 Richtung Blumenau

Hinter dem U-Bahnhof Baumschule Laim besteht ferner die Option eines Abzweigs in Richtung Blumenau, der aber angesichts der nur geringen Bebauungsdichte dort ebenfalls wenig wahrscheinlich ist und auch daher auch nur in Form einer Tunnelaufweitung für einen eventuellen Abzweig kurz nach dem Bahnhof vorbereitet wurde.

Verlängerung der U1 vom Mangfallplatz aus nach Grünwald

Die ursprüngliche Planung sah hier vor, die Tram 25 nach Grünwald durch eine U-Bahn zu ersetzen. Von diesen Plänen hat man aber mittlerweile abgesehen, da die Fahrgastzahlen eine Bedienung durch eine vielfach teurere U-Bahn einfach nicht rechtfertigen.

Verlängerung der U2 von der Messestadt nach Feldkirchen

Eine Verlängerung der U2 Richtung Feldkirchen wäre möglich, wird jedoch mittelfristig nicht angestrebt, da Feldkirchen derzeit von der S-Bahn ausreichend an die Münchner Innenstadt angebunden wird. Wie zuletzt Untersuchungen im Jahr 2022 gezeigt haben, ist eine derartige Verlängerung nicht kostendeckend.1

Verlängerung der U5 im Süden nach Ottobrunn/Taufkirchen

Eine mögliche Verlängerung der U5 von Neuperlach Süd über Neubiberg und Ottobrunn bis zum Ludwig-Bölkow-Campus in Taufkirchen wird im südlichen Landkreis München diskutiert. Im Jahr 2020 ließ die Stadt München durch INTRAPLAN sechs Trassenvarianten auf Nachfrage und Nutzen-Kosten-Verhältnis untersuchen. Die östlichste Variante (OST-2) schnitt mit rund 22.600 Ein- und Aussteigern pro Werktag und einem Nutzen-Kosten-Verhältnis von 0,53 am besten ab – liegt damit aber noch klar unter dem für eine Bundesförderung erforderlichen Wert von 1,0. Die Investitionskosten wurden je nach Variante mit 222 bis 528 Millionen Euro veranschlagt (Preisstand 2016). Neben reinen U-Bahn-Varianten wurde auch eine Kombination aus U-Bahn bis Neubiberg und Seilbahn bis Taufkirchen untersucht. Mittelfristig ist eine Realisierung angesichts des Nutzen-Kosten-Verhältnisses nicht absehbar.

Verlängerung der U6 im Norden nach Neufahrn

Die Forderung nach einer Verlängerung aus den nördlichen Umkreisgemeinden, vor allem Garching, Eching und Neufahrn, kamen in den letzten Jahren immer wieder ins öffentliche Interesse. Die MVG stellte hierzu auch bereits Voruntersuchungen an, welche Trassen­möglichkeiten es zu einer Verlängerung der U6 um rund 7 Kilometer Richtung Neufahrn gibt. » siehe Machbarkeitsstudie zur U6 Verlängerung nach Neufahrn.

Weitere Perspektiven

2010 endete die gut 45-jährige durchgängige Epoche des U-Bahn-Baus in München, nahezu an jedem Linienende wären zwar weitere Verlängerungen denkbar, allerdings rechtfertigt die heutige Siedlungsstruktur außerhalb des Stadtgebietes vorerst keine weiteren Verlängerungen. Selbst die in Planung befindlichen Projekte sind in den nächsten Jahren eher unwahrscheinlich - mit der Ausnahme der Verlängerung nach Martinsried. Auf einen längeren Zeithorizont hin betrachtet ist jedoch zu erwarten, dass die Münchner U-Bahn noch die ein oder andere Verlängerung außerhalb der Stadtgrenzen oder neben den bestehenden Planungen erfährt.

Die teilweise mittlerweile gut 50-jährigen Bauwerke benötigen aber auch optische wie funktionelle Auffrischungen, Betonsanierungen und Austausch der Technik beschäftigt die Mitarbeiter der Münchner Verkehrs­gesellschaft und des Baureferates auch weiterhin. Umbauten wie die nachträglich erstellten zusätzlichen Bahnsteig­tunnel am Marienplatz erfordern ähnlichen Aufwand wie ein gänzlicher Bahnhofsneubau, zumal sie unter laufendem Betrieb stattfinden müssen.

Den Auftakt zu größeren Sanierungen mit längeren Sperrungen macht die Streckensperrung zur Sanierung des Abschnitts Münchner Freiheit - Scheidplatz. Hier verkehren zwischen 31. Oktober 2016 und 31. März 2017 keine Züge der U3, um diesen Abschnitt sanieren zu können.

Zuletzt im Bau

Verlängerung der U3 vom Olympiazentrum nach Moosach

Streckenverlauf U3 Moosach Dieser insgesamt rund 2 Kilometer lange Abschnitt ist seit Ende 2010 fertiggestellt. Nachdem der viergleisige Bahnhof Olympiazentrum seit 1972 der nördliche Endbahnhof war, wurde bereits am 28. Oktober 2007 mit den beiden Bahnhöfe Oberwiesenfeld (ursprünglich als "Olympiapark Nord" vorgesehen) und Olympia-Einkaufszentrum hier nach 35 Jahren die erste Erweiterung der U3 am nördlichen Ende eröffnet.

Bahnsteighalle des künftigen U-Bahnhof Moosach

Bis Moosach folgt noch ein Bahnhof mit dem Namen "Moosacher St.-Martins-Platz". Bis Ende 2010 wurde dieser Abschnitt fertiggestellt und damit Anschluss an S- und Regionalbahnen am Moosacher Bahnhof geboten. Dort wurde auch eine zweistöckige unterirdische Park+Ride-Anlage mit etwa 290 Plätzen über dem U-Bahn-Tunnel errichtet.