Betrieb

Das Münchner U-Bahn-Netz hat eine Gesamtlänge von gut 100 km mit insgesamt 98 U-Bahnhöfen, Kreuzungsbahnhöfe mit mehreren Ebenen doppelt gezählt. Die Züge erreichen im gesamten Netz Geschwindigkeiten von 80 km/h und damit die Höchstgeschwindigkeit deutscher U-Bahnen. Im Gegensatz zu anderen Netzen gibt es allerdings außer in der Nacht von Silvester auf Neujahr und dem Faschingswochenende keinen durchgängigen Nachtbetrieb (Betriebsruhe: etwa von 1-4 Uhr, Nächte Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag 2-4 Uhr).

Linienlaufschilder am Hauptbahnhof Auf allen Linien verkehren die Züge in der Regel im 10-Minuten-Takt, zur Hauptverkehrszeit auch im 5-Minuten-Takt, teilweise jedoch nicht auf dem kompletten Streckenverlauf. Zu Betriebsbeginn und etwa ab Mitternacht verkehren die Züge nur im 20-Minuten-Takt, im Spätverkehr am Wochenende im 30-Minuten-Takt. Bis auf den Früh- und Spätverkehr verkehren die meisten Linien mit Langzügen (6-Wagen-Züge). In den Schulferien gibt es teilweise Ausdünnungen bei den Verstärkerzügen.
In den letzten Jahren wurden die Zeiten, zu denen mindestens die Kernabschnitte der Linien im 5-Minuten-Tak bedient wurden, sukzessive ausgeweitet. Auf U2 und U6 gibt es mittlerweile wochentags quasi durchgängig einen 5-Minuten-Takt, wenn auch nicht auf der ganzen Streckenlänge.

Die Züge erreichen auf allen fahrplanmäßig befahrenen Abschnitten eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h und verkehren auf einem normalspurigen Gleisnetz mit 1435 mm Spurbreite. Die Stromversorgung erfolgt durch eine Stromschiene, die rechts oder links der Gleise angebracht ist und von unten bestrichen wird. Die Fahrzeuge werden darüber mit einer Nennspannung von 750 Volt versorgt.
Um auch für zukünftige Entwicklungen gerüstet zu sein, wurde ursprünglich beschlossen, alle Tunnel so zu bauen, dass auch eine Versorgung über Oberleitung möglich ist, was das Tunnelprofil um 55 Zentimeter nach oben größer macht.1

Kurse

Um die einzelnen Züge einer Linie unterscheiden zu können, werden diese durchnummeriert. Jeder Zug wird dabei als "Kurs" bezeichnet. Die Kursnummer wird hinter der Führerstandsscheibe angezeigt.

Zahl Kurse und Fahrzeugbedarf

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Zahl gleichzeitig fahrender Züge und den dadurch entstehenden Fahrzeugbedarf (Stand 2010).

Linie Werktags Verstärker HVZ werktags Wochenende Spätverkehr täglich
U1 6 3 5 5
U2 10 8 10 10
U3 8 7 8 8
U4 5 3 4 3
U5 7 6 7 7
U6 9 9 / 4 / 7 13 / 9 9
"U8" 8
Summe 45 bis zu 36 47/43 42
Fahrzeugbedarf 130 DT 102 DT 137/125 DT 123 DT

Da die "U8" (nur interne Bezeichnung, fährt linienlos Harthof - Neuperlach Zentrum) zu anderen Zeiten verkehrt als die anderen Verstärkerlinien ist die Gesamtsumme gleichzeitig fahrender Verstärkerzüge niedriger als die Summe der einzelnen Einträge.
Der Fahrzeugbedarf stellt einen Ungefährwert dar, der zum Beispiel bei Großveranstaltungen, Oktoberfest, C-Zug-Einsatz auf der U1 und ähnlichem abweichen kann. Angegeben ist hierbei die benötigte Zahl Doppeltriebwagen (DT), die die Grundeinheit bei den U-Bahn-Fahrzeugen bilden und aus zwei fest gekuppelten Einzelwagen bestehen. Drei DT beziehungsweise ein C-Zug ergeben dabei einen Langzug, der den längstmöglichen U-Bahnzug darstellt.

Quellen

  1. Zimniok (1980), S. 95