Nicht nur beim Bau eines U-Bahnsystems sind Bauarbeiten nötig - häufig unbemerkt von den Fahrgästen sind auch im laufenden Betrieb eine Vielzahl von Arbeiten nötig, für die fast jeden Tag häufig gleich mehrere Bauzüge ausrücken und teils im Spätverkehr, vor allem aber während der nächtlichen Betriebsruhe nötige Wartungsarbeiten durchführen. Manche Arbeiten sind aber so umfassend, dass eine Einschränkung des Betriebes unvermeidlich wird.
Betriebsänderungen
22.07.–22.07. – Ausgänge A und B am Bf. Olympia-Einkaufszentrum wegen Gedenkfeier in der Hanauer Straße gesperrt
Wegen der Gedenkfeier zum 10. Jahrestag des OEZ-Anschlags sind die Ausgänge A und B des U-Bahnhofs Olympia-Einkaufszentrum gesperrt. Bitte Ausgänge C-F nutzen. Zugang zu Kaufhof bleibt geöffnet.
12.04.–30.07. – Reduzierte Taktung wegen Bauarbeiten
Bauarbeiten Hauptbahnhof: nachts 22:30 Uhr bis Betriebsschluss gesamte Strecke 20-Min-Takt. An Stiglmaierplatz, Hauptbahnhof, Fraunhoferstraße, Sendlinger Tor selbes Gleis, Beschilderung beachten.
06.07.–30.07. – Linienteilung wegen eines Schienenwechsels
28.07.–30.07. – Linienteilung wegen Gleisbauarbeiten
Moosach-Scheidplatz, Scheidplatz-Münchner Freiheit (Pendel alle 20 Min.) und Münchner Freiheit-Sendlinger Tor. Umstieg an Scheidplatz/Münchner Freiheit. Ausweichroute: U2.
17.07.–13.09. – Linienteilung wegen Sanierung der Hintergleisflächen
Wegen Bauarbeiten wird die U1 in Gern geteilt: Olympia-Einkaufszentrum-Gern und Gern-Hauptbahnhof-Mangfallplatz. Umstieg in Gern nötig. Gleisänderungen in Westfriedhof, Gern, Rotkreuzplatz.
18.05.–18.09. – Sendlinger Tor Implerstraße: Ersatzverkehr mit Bussen wegen Sanierungsarbeiten
Zwischen Sendlinger Tor und Implerstraße unterbrochen. Ersatz: SEV U6 Sendlinger Tor-Implerstraße (2-Min-Takt), SEV X6 Hauptbahnhof Süd-Implerstraße (5-Min-Takt), je über Goetheplatz/Poccistraße.
02.07.–18.09. – (H) Goetheplatz Richtung Sendlinger Tor verlegt aus betrieblichen Gründen
Zur Verbesserung der Verkehrssicherheit im Bereich Goetheplatz wird die (H) Goetheplatz des Ersatzbus U6 > Sendlinger Tor ab Donnerstag, 2. Juli 2026 vor die Kreuzung Lindwurmstraße / Häberlstraße (vor Lindwurmstraße 91) verlegt.
bis auf Weiteres – Verkürzter Linienweg wegen eingeschränkter Fahrzeugverfügbarkeit
U7 verkehrt bis auf Weiteres verkürzt zwischen Olympia-Einkaufszentrum und Sendlinger Tor. Ersatz im Abschnitt Sendlinger Tor-Neuperlach Zentrum: U2, U5.
Nachrüstungen
München hat ein vergleichsweise junges U-Bahnsystem, das daher nach recht neuen Standards erbaut wurde. Dennoch haben sich die Bedürfnisse in der Zwischenzeit geändert. So waren 32 Bahnhöfe auf der U3/U6 und der damaligen U8 von Scheidplatz bis Neuperlach Zentrum nicht von Anfang an mit Aufzügen ausgerüstet. In der Zwischenzeit wurden alle 32 davon nachgerüstet, als letzte Station erhielt Freimann einen barrierefreien Zugang mit Aufzügen.
Auch veränderte Verkehrsbedürfnisse erforderten Anpassungen. Als Beispiel in jüngerer Zeit kann die Bahnsteigerweiterung Marienplatz, Sendlinger Tor, der Ausbau des Bahnhofs Fröttmaning oder die laufende Modernisierung und Erweiterung der Umsteigeverbindung am Kreuzungsbahnhof Odeonsplatz genannt werden.
Im Verlauf des Baus der zweiten S-Bahn-Stammstrecke werden auch weitere Anpassungen an den Kreuzungsbahnhöfen Hauptbahnhof, Marienplatz und Ostbahnhof nötig werden.
Brandschutzertüchtigungen
Nach einem 2017 mit den Behörden geschlossenen Brandschutzkonsens rüsten die SWM unter dem Programmnamen BSKOMI (Brandschutz-Koordinierung-Mobilität-Infrastruktur) sämtliche U-Bahnhöfe schrittweise auf einen zeitgemäßen Brandschutzstandard nach – unter anderem mit Einhausungen und Rauchschürzen an Treppenaufgängen, neuen Sprachalarmierungsanlagen und ertüchtigten Fluchtwegen. Das Programm soll voraussichtlich bis 2039 abgeschlossen sein.
Größere Einzelmaßnahmen mit ähnlichen brandschutztechnischen Ertüchtigungen haben wir bereits gesondert im Blog vorgestellt, etwa an der Giselastraße sowie an Goetheplatz und Poccistraße. Daneben vergibt die SWM viele kleinere, baulich aber ähnlich aufwändige Pakete, die mehrere Bahnhöfe gleichzeitig betreffen:
Jeden Tag stehen im U-Bahnnetz eine Vielzahl Arbeiten für laufenden Unterhalt und Erneuerung und Anpassung der Anlagen an den aktuellen Stand der Technik und veränderte Bedürfnisse an. So müssen die Schienen instand gehalten oder getauscht werden, die elektrischen Anlagen und die Sicherungstechnik gewartet oder auch nur das Gleis am Bahnsteig von Verschmutzungen gereinigt werden. Ebenso müssen Transportfahrten wie die Lieferung von neuen Rolltreppen durchgeführt werden.
Viele dieser Arbeiten erfordern Sperrungen von Gleisen, die Abschaltung des Fahrstroms in kleineren oder größeren Bereichen oder andere Einschränkungen, und werden deswegen in den Tagesrandlagen mit 20-Minuten-Takt oder während der Betriebsruhe durchgeführt. Nur sehr wenige dieser Arbeiten erfordern eine längere Sperrzeit, die der Fahrgast dann in Form eines Baustellenfahrplans und Taktverschlechterungen zu spüren bekommt.
Aktuelle Baustellen
Diese größeren, laufenden Bauprojekte sind aktuell mit einem eigenen Baustellenreport-Artikel dokumentiert:
Die Verlängerung der U6 vom bisherigen Südendbahnhof Klinikum Großhadern um rund 972 Meter nach Martinsried erschließt den Forschungscampus mit Fakultät Biologie der LMU und mehreren Max-Planck-Instituten; die Fertigstellung ist für 2027 vorgesehen.
Die rund 3,2 Kilometer lange Verlängerung der U5 von Laimer Platz nach Pasing über die drei neuen Bahnhöfe Baumschule Laim, Am Knie und Pasing befindet sich im Hauptbau; eine Fertigstellung ist nicht vor ca. 2030 zu erwarten.
Als zweiter Realisierungsabschnitt der U5-Westverlängerung soll die rund 4,7 Kilometer lange Strecke von Pasing in den neuen Stadtteil Freiham über vier weitere Bahnhöfe führen.
Rund um den Hauptbahnhof laufen mehrere große U-Bahn-Bauprojekte im Zusammenhang mit der 2. S-Bahn-Stammstrecke: der Umbau der U-Bahnhöfe Hauptbahnhof (U4/U5) und Hauptbahnhof (U1/U2) sowie eine bauliche Vorhaltemaßnahme für die künftige Linie U9.
Die rund 435 Meter lange Heidemannbrücke der U6 zwischen Freimann und Kieferngarten soll wegen spannungsrisskorrosionsgefährdetem Spannstahl durch einen Ersatzneubau ersetzt werden.
Archiv
Größere, inzwischen abgeschlossene Baumaßnahmen, die aus der laufenden Übersicht herausgefallen sind, finden sich hier gesammelt:
Nach 35 Jahren im Freien war der Bahnhof Freimann sanierungsbedürftig – von 2006 bis 2009 wurden Bahnsteig, Zugänge und Ausrüstung grundlegend erneuert und barrierefrei ausgebaut.
Die 1960 errichtete Autobahnbrücke „Tatzelwurm" der A9 über die U6 zwischen Studentenstadt und Freimann wurde ab 2007 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.
Von 2017 bis 2023 wurde der stark frequentierte Kreuzungsbahnhof Sendlinger Tor/Sendlinger Tor bei laufendem Betrieb grundlegend umgebaut und erweitert.