Baustellenreport

Baustelle Nicht nur beim Bau eines U-Bahnsystems sind Bauarbeiten nötig - häufig unbemerkt von den Fahrgästen sind auch im laufenden Betrieb eine Vielzahl von Arbeiten nötig, für die fast jeden Tag häufig gleich mehrere Bauzüge ausrücken und teils im Spätverkehr, vor allem aber während der nächtlichen Betriebsruhe nötige Wartungsarbeiten durchführen. Manche Arbeiten sind aber so umfassend, dass eine Einschränkung des Betriebes unvermeidlich wird.

Betriebsänderungen

 17.07.–13.09. – Linienteilung wegen Sanierung der Hintergleisflächen

Wegen Sanierung am Rotkreuzplatz wird die U1 in Gern geteilt: Olympia-Einkaufszentrum-Gern und Gern-Hauptbahnhof-Mangfallplatz. Umstieg in Gern. Gleisänderungen: Westfriedhof, Gern, Rotkreuzplatz.

 14.09.–17.09. – Reduzierte Taktung wegen Bauarbeiten

Bauarbeiten am Hauptbahnhof: 20-Min-Takt ab ca. 22:30 Uhr bis Betriebsschluss. An Stiglmaierplatz, Hauptbahnhof, Sendlinger Tor, Fraunhoferstraße fahren Züge vom selben Gleis, Beschilderung beachten.

 18.05.–18.09. – Sendlinger Tor Implerstraße: Ersatzverkehr mit Bussen wegen Sanierungsarbeiten

Zwischen Sendlinger Tor und Implerstraße unterbrochen. Ersatz: SEV U6 Sendlinger Tor-Implerstraße (2-Min-Takt), SEV X6 Hauptbahnhof Süd-Implerstraße (5-Min-Takt), je über Goetheplatz/Poccistraße.

 02.07.–18.09. – (H) Goetheplatz Richtung Sendlinger Tor verlegt aus betrieblichen Gründen

Zur Verbesserung der Verkehrssicherheit im Bereich Goetheplatz wird die (H) Goetheplatz des Ersatzbus U6 > Sendlinger Tor ab Donnerstag, 2. Juli 2026 vor die Kreuzung Lindwurmstraße / Häberlstraße (vor Lindwurmstraße 91) verlegt.

 19.09.–19.09. – Verkürzter Linienweg bis / ab Karlsplatz (Stachus) wegen Festzug zum Oktoberfest

Wegen des Einzugs der Wirte und Brauereien auf das Oktoberfest fährt die Tram 27 am Samstag, 19. September 2026 von ca. 8:00 bis 12:00 Uhr auf dem verkürzten Linienweg Petuelring - Karlsplatz (Stachus).

Die (H) Sendlinger Tor entfällt.

 bis auf Weiteres – Verkürzter Linienweg wegen eingeschränkter Fahrzeugverfügbarkeit

U7 verkehrt bis auf Weiteres verkürzt zwischen Olympia-Einkaufszentrum und Sendlinger Tor. Ersatz im Abschnitt Sendlinger Tor-Neuperlach Zentrum: U2, U5.

Nachrüstungen

München hat ein vergleichsweise junges U-Bahnsystem, das daher nach recht neuen Standards erbaut wurde. Dennoch haben sich die Bedürfnisse in der Zwischenzeit geändert. So waren 32 Bahnhöfe auf der U3/U6 und der damaligen U8 von Scheidplatz bis Neuperlach Zentrum nicht von Anfang an mit Aufzügen ausgerüstet. In der Zwischenzeit wurden alle 32 davon nachgerüstet, als letzte Station erhielt Freimann einen barrierefreien Zugang mit Aufzügen.

Bahnsteigerweiterung U-Bahnhof Marienplatz

Auch veränderte Verkehrsbedürfnisse erforderten Anpassungen. Als Beispiel in jüngerer Zeit kann die Bahnsteigerweiterung Marienplatz, Sendlinger Tor, der Ausbau des Bahnhofs Fröttmaning oder die laufende Modernisierung und Erweiterung der Umsteigeverbindung am Kreuzungsbahnhof Odeonsplatz genannt werden.
Im Verlauf des Baus der zweiten S-Bahn-Stammstrecke werden auch weitere Anpassungen an den Kreuzungsbahnhöfen Hauptbahnhof, Marienplatz und Ostbahnhof nötig werden.

Brandschutzertüchtigungen

Nach einem 2017 mit den Behörden geschlossenen Brandschutzkonsens rüsten die SWM unter dem Programmnamen BSKOMI (Brandschutz-Koordinierung-Mobilität-Infrastruktur) sämtliche U-Bahnhöfe schrittweise auf einen zeitgemäßen Brandschutzstandard nach – unter anderem mit Einhausungen und Rauchschürzen an Treppenaufgängen, neuen Sprachalarmierungsanlagen und ertüchtigten Fluchtwegen. Das Programm soll voraussichtlich bis 2039 abgeschlossen sein.

Größere Einzelmaßnahmen mit ähnlichen brandschutztechnischen Ertüchtigungen haben wir bereits gesondert im Blog vorgestellt, etwa an der Giselastraße sowie an Goetheplatz und Poccistraße. Daneben vergibt die SWM viele kleinere, baulich aber ähnlich aufwändige Pakete, die mehrere Bahnhöfe gleichzeitig betreffen:

Wartung

Jeden Tag stehen im U-Bahnnetz eine Vielzahl Arbeiten für laufenden Unterhalt und Erneuerung und Anpassung der Anlagen an den aktuellen Stand der Technik und veränderte Bedürfnisse an. So müssen die Schienen instand gehalten oder getauscht werden, die elektrischen Anlagen und die Sicherungstechnik gewartet oder auch nur das Gleis am Bahnsteig von Verschmutzungen gereinigt werden. Ebenso müssen Transportfahrten wie die Lieferung von neuen Rolltreppen durchgeführt werden.

Schienenschleifzug der Firma Speno bei der Arbeit

Viele dieser Arbeiten erfordern Sperrungen von Gleisen, die Abschaltung des Fahrstroms in kleineren oder größeren Bereichen oder andere Einschränkungen, und werden deswegen in den Tagesrandlagen mit 20-Minuten-Takt oder während der Betriebsruhe durchgeführt. Nur sehr wenige dieser Arbeiten erfordern eine längere Sperrzeit, die der Fahrgast dann in Form eines Baustellenfahrplans und Taktverschlechterungen zu spüren bekommt.

Aktuelle Baustellen

Diese größeren, laufenden Bauprojekte sind aktuell mit einem eigenen Baustellenreport-Artikel dokumentiert:

U6 Martinsried

Die Verlängerung der U6 vom bisherigen Südendbahnhof Klinikum Großhadern um rund 972 Meter nach Martinsried erschließt den Forschungscampus mit Fakultät Biologie der LMU und mehreren Max-Planck-Instituten; die Fertigstellung ist für 2027 vorgesehen.

U5-West von Pasing nach Freiham

Als zweiter Realisierungsabschnitt der U5-Westverlängerung soll die rund 4,7 Kilometer lange Strecke von Pasing in den neuen Stadtteil Freiham über vier weitere Bahnhöfe führen.

Archiv

Größere, inzwischen abgeschlossene Baumaßnahmen, die aus der laufenden Übersicht herausgefallen sind, finden sich hier gesammelt:

Freimann

Nach 35 Jahren im Freien war der Bahnhof Freimann sanierungsbedürftig – von 2006 bis 2009 wurden Bahnsteig, Zugänge und Ausrüstung grundlegend erneuert und barrierefrei ausgebaut.

Tatzelwurm

Die 1960 errichtete Autobahnbrücke „Tatzelwurm" der A9 über die U6 zwischen Studentenstadt und Freimann wurde ab 2007 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.