U-Bahn München Blog

3. November 2019

Sendlinger Tor: der Umbau nimmt Gestalt an

Autor: Florian Schütz — Abgelegt unter: Störungen und Bauarbeiten,U-Bahnhöfe — 20:10

Seit dem Jahr 2017 wird der U-Bahnhof am Sendlinger Tor umgebaut und erweitert. Bisher waren für Fahrgäste der U-Bahn und alle, die gleich mit welchem Verkehrsmittel irgendwie am Sendlinger Tor vorbei mussten, primär die Einschränkungen und Baustellenflächen sichtbar. Allmählich ändert sich das.

Zugzielanzeiger am Sendlinger Tor: Pendelbetrieb wegen Bauarbeiten Seit einigen Tagen kann man bereits am Bahnsteig der U1/U2 in Richtung Kolumbusplatz sehen, dass hier der Durchbruch zum neuen Zugangsbauwerk in der Sonnenstraße nicht mehr von einer Rigipswand verborgen ist. Der Rohbau dahinter ist mittlerweile fertiggestellt, die vereisten Erdschichten 10 Meter unterhalb des Grundwasserspiegels abgetaut und die dicken Betonwände zum bisherigen Bahnsteig durchgebrochen. Mit dem Einbau der Fahrtreppen und des weiteren Innenausbaus beginnen in den kommenden Tagen die letzten Arbeiten an diesem Bauabschnitt. Hier führen künftig Fahr- und Festtreppen sowie ein Aufzug ins heute schon bestehende Zwischengeschoss des Bahnhofs.

Sendlinger Tor: neues Zugangsbauwerk Sonnenstraße, Blick Richtung Gleis 1 Sendlinger Tor: neues Zugangsbauwerk Sonnenstraße, Blick Richtung Gleis 2 Sendlinger Tor: neues Zugangsbauwerk Sonnenstraße Sendlinger Tor: neues Zugangsbauwerk Sonnenstraße

Das ist auch gut so, da ab Frühjahr der Zentralbereich zwischen U3/U6 und U1/U2 zum Teil gesperrt wird, damit hier mit den Hauptarbeiten begonnen werden kann. Ab dann wird das neue, nördlicher gelegene, Zugangsbauwerk auch dringend benötigt: Umsteiger von der unteren Ebene (U1/U2/U7/U8) zur oberen Ebene (U3/U6) müssen dann den Umweg über das Sperrengeschoss nehmen, da die heutigen Verbindungstreppen zwischen den Bahnsteigen dann zum Teil rückgebaut werden, um den „Treppendreh“ beginnen zu können. In umgekehrter Richtung (von U3/U6 zur U1/U2/U7/U8) wird das zunächst weiter möglich sein.
Die Betriebsräume unterhalb und hinter den Rolltreppen wurden zwischenzeitlich schon nahezu komplett zurückgebaut, um hier künftig deutlich mehr Platz für die steigenden Fahrgastmengen zur Verfügung zu haben. Aktuell wird dieser Bereich noch von einer Wand vom Rest des Querbahnsteiges getrennt, diese wird im kommenden Jahr aber fallen.

Sendlinger Tor: neuer Bahnsteigbelag wird verlegt Im Bereich des Bahnsteigs der U3 und U6 wurde an diesem Wochenende begonnen, den neuen Bodenbelag aus spanischem Granit aufzubringen. Die großen Granitplatten müssen in Millimeterarbeit verlegt werden, da die Bahnsteige eine leichte Wölbung aufweisen. Zudem werden die Bahnsteige künftig 5 Zentimeter höher sein, was ein barrierefreies Einsteigen in die U-Bahnen ermöglicht und temporär angebrachte Rampen an den Bahnsteigenden überflüssig macht. Insgesamt werden 6700 Quadratmeter neuer Bodenbelag im gesamten U-Bahnhof verlegt, auch alle Wandflächen (insgesamt etwa 4700 Quadratmeter) werden neu verkleidet.

Sendlinger Tor: Bauarbeiten und eingleisiger Pendelbetrieb Aktuell stellen sich die Bahnsteigebenen eher in „urbanem Beton-Brutalismus“ dar, nachdem alle bisherigen Wandverkleidungen nach und nach entfernt wurden. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird das vom Architekturbüro Raupach und Bohn entworfene Design die untere Ebene wie bisher auch in gelbem Farbgewand erstrahlen lassen, die U3/U6-Ebene in Blau. Das Lichtkonzept stammt vom kürzlich verstorbenen Münchner Lichtdesigner Ingo Maurer, der auch an anderen Bahnhöfen wie Münchner Freiheit und Westfriedhof die Lichtgestaltung entworfen hat.

Der ursprünglich geplante Fertigstellungstermin aller Bauarbeiten Ende 2022 scheint indes nicht mehr haltbar. Bei den bisherigen Arbeiten sind die Bauarbeiter auf Relikte aus den U-Bahn-Bauarbeiten der 1960er und 1970er Jahre gestoßen: Metallverankerungen der alten U-Bahn-Bauwerke und andere, in den Plänen nicht verzeichnete Altlasten haben zu einer Bauverzögerung um einige Monate geführt, die aufgrund der zahlreichen Abhängigkeiten eines Baus im Bestand nicht mehr ausgeglichen können, wie Bauleiter Christoph Schaller berichten musste.

17. Juni 2019

C2: Auslieferung der zweiten Bauserie beginnt

Autor: Florian Schütz — Abgelegt unter: Betrieb,Fahrzeuge — 19:41

Die erste von insgesamt 24 neuen U-Bahnen für München ist da: Siemens hat den Zug vom Typ C2 mit der Wagennummer 722 in der vergangenen Woche in die Technische Basis der U-Bahn in Fröttmaning überführt. Dort wird der Zug nun betriebsbereit gemacht, umfangreichen Tests unterzogen und schließlich zugelassen. Er soll Anfang 2020 in Betrieb gehen.

MVG-Chef Ingo Wortmann und Sabrina Soussan, Geschäftsführerin Siemens Mobility mit dem ersten C2-Zug der neuen Lieferung Die 23 weiteren C2-Züge werden nach heutiger Planung zwischen Herbst 2019 und Anfang 2022 ausgeliefert. Sie sollen ab Frühjahr 2020 nach und nach im Fahrgastbetrieb auf der U3/U6 sowie bis dann auch auf der U2 eingesetzt werden. Die Stadtwerke München haben die neuen Züge bei Siemens Mobility im Jahr 2016 aus bestehenden Optionen abgerufen. Die Investitionskosten liegen bei über 250 Millionen Euro. Bisher betreibt die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) 21 U-Bahnen vom Typ C2 der ersten Generation, die bisher nur auf den Linien U3 und U6 verkehren.

Die Züge werden im Wiener Siemens-Mobility-Werk gebaut. Von dort kommt ein Teil der Fahrzeuge in das herstellereigene Prüf- und Validationcenter Wegberg-Wildenrath in Nordrhein-Westfalen, wo sie ein umfangreiches Testprogramm durchlaufen. Anschließend erfolgt die Überführung nach München. 18 der 24 neuen Züge werden ältere Fahrzeuge ersetzen, sechs vergrößern die Flotte und ermöglichen damit auch Angebotsverbesserungen. Die C2-Züge bieten rund 940 Fahrgästen Platz. Das entspricht einer Steigerung von knapp zehn Prozent gegenüber den Altfahrzeugen vom Typ A und B.

„Wir sind zuversichtlich, dass die ersten neuen Züge Anfang 2020 zugelassen werden können, weil sie sich nur unwesentlich von den bereits im Einsatz befindlichen Bahnen unterscheiden“, so Ingo Wortmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der MVG und SWM Geschäftsführer Mobilität. „Erfahrungen aus dem Betrieb der 21 Züge der ersten C2-Generation und die daraus resultierenden technischen Optimierungen wurden bei den 24 neuen Fahrzeugen von Lieferanten Siemens berücksichtigt. Wir setzen daher darauf, dass sich die 24 neuen Münchner von Anfang an gut im Fahrgastbetrieb bewähren.“

Quelle: MVG Pressemeldung

14. Juni 2018

C2-Fahrgasteinsatz jetzt auch auf der U3

Autor: Frederik Buchleitner — Abgelegt unter: Betrieb,Fahrzeuge — 21:49

C2-Zug 716 am ersten offziellen Betriebstag auf der U3 Lange versprochen, viel länger hat es dann doch gedauert: Seit heute werden auf der U-Bahnlinie U3 auch Züge des Typs C 2.11 eingesetzt. Zwischenzeitlich werden – seit dem ersten Linieneinsatz im Juni 2016 – auf der U6 häufig mehr als die Hälfte aller Kurse mit der modernsten Münchner U-Bahngeneration besetzt. Von 16 gelieferten Zügen befinden sich 14 im Einsatz. Im Siemens-Werk in Wien läuft aktuell bereits die Rohbau-Fertigung der nächsten Serie auf Hochtouren, insgesamt 24 Garnituren werden ab 2019 in München erwartet.

Am ersten Betriebstag auf der U3 war lediglich die Garnitur 716 auf der neu zugelassenen Strecke unterwegs. Am Nachmittag fuhr er auf einem Verstärkerkurs bis Olympiazentrum, abends wurde er dann auch weiter bis Moosach eingesetzt, hier stadteinwärts am Oberwiesenfeld.

14. April 2017

U3-Baustelle endet – genereller Sanierungsbedarf steigt

Autor: Florian Schütz — Abgelegt unter: Netz,Störungen und Bauarbeiten — 09:49

Über Ostern wird die Gleiserneuerung auf der seit Ende Oktober gesperrten U3 zwischen Scheidplatz und Münchner Freiheit abgeschlossen. Ab Dienstag, 18. April wird die U3 damit wieder auf ihrem angestammten Linienweg zwischen Moosach und Fürstenried West verkehren. Allerdings werden größere Baumaßnahmen in den kommenden Jahren häufiger werden.

U3-Tunnel am Bonner Platz nach der Sanierung 2017 Bis zum Ende der Osterferien werden die Züge der U3 allerdings auch nach Aufhebung der Sperrung den sanierte Tunnelabschnitt zunächst noch mit einer Maximalgeschwindigkeit von 50 km/h statt der sonst üblichen 80 km/h befahren, um Setzungen an den neu verlegten Gleisen Rechnung zu tragen. Dadurch können geringe Verspätungen auftreten, weswegen die MVG dazu rät, bei knappen Übergängen vorsichtshalber eine U3 vorher zu nehmen.

Insgesamt wurden bei der gut fünf Monate dauernden Baustelle etwa 7.500 Tonnen Schotter, 3.330 Gleisschwellen und 9 Kilometer Schienen ausgetauscht. Das Gleisbett wurde dazu bis auf die Betonschalen der Tunnel zunächst entfernt und gegen neue Komponenten getauscht.

Mehr Sanierungsbedarf in den kommenden Jahren

Schienenschleifzug der Firma Speno bei der Arbeit Da die ältesten Teile des Münchner U-Bahn-Netzes mittlerweile etwa 45 Jahre im Dauerbetrieb befahren werden, wird in den nächsten Jahren der Sanierungsbedarf weiter steigen. Wurden bisher vor allem in der nächtlichen Betriebsruhe oft bis zu 20 Einzelbau- und Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt, muss in den nächsten Jahren verstärkt mit Einschränkungen auch außerhalb der nächtlichen Stunden gerechnet werden. Vor allem die Weichenanlagen auf der U3 und U6 werden hierbei im Fokus stehen.

Am Kieferngarten werden ab Ende Mai sieben Weichen getauscht, weitere sieben Weichen stehen im Betriebshof Fröttmaning zum Wechsel an. Aus diesem Grund wird es auf der nördlichen U6 zeitweise zu Einschränkungen kommen:

  • Samstag, 27. Mai bis Freitag, 16. Juni: Der Bahnhof Fröttmaning wird montags bis freitags zu den Hauptverkehrszeiten nur alle 10 Minuten bedient. Die aus der Innenstadt kommenden Verstärkerzüge wenden bereits am Kieferngarten.
  • Samstag, 17. Juni bis Freitag, 23. Juli: Die U6 wird im Bf. Freimann in einen Nord- und Südast geteilt. Zur Weiterfahrt müssen Fahrgäste dort in beiden Fahrtrichtungen jeweils in den gegenüberstehenden Zug umsteigen.
  • Wochenende Freitag, 14. Juli (ca. 22 Uhr) bis Sonntag, 16. Juli: Die U6 wird zwischen den Bahnhöfen Studentenstadt und Kieferngarten unterbrochen und in diesem Abschnitt durch Busse ersetzt.

Weichenfeld der Abstellanlage Moosach In den nächsten fünf Jahren werden anschließend 51 weitere Weichen im Verlauf der U6 erneuert. Betroffen sind Weichen rings um die Bahnhöfe Alte Heide, Dietlindenstraße, Harras, Holzapfelkreuth, Implerstraße, Münchner Freiheit, Odeonsplatz, Scheidplatz und Sendlinger Tor. Hierbei wird es auch zu abschnittsweisen Sperrungen und Behinderungen kommen, die heute noch nicht im Detail feststehen und die auch von Großveranstaltungen z.B. in der Allianz Arena abhängen.
In den Fokus werden anschließend auch die wenig jüngeren Abschnitte der U2 und U5 fallen, die 1980 als U8 zwischen Scheidplatz und Neuperlach Süd eröffnet wurden.

Länger dauernde Totalsperrungen wie jetzt auf der U3 sind glücklicherweise aktuell nicht abzusehen. Im Zusammenhang mit der Erweiterung des Bahnhofs Sendlinger Tor wird jedoch immer wieder mit Sperrungen und Behinderungen zu rechnen sein.
Auf dem Sanierungsprogramm stehen allerdings weitere Betonsanierungen an den Tunnel- und Bahnhofsbauwerken, der Austausch von Stromschienen und Stellwerkstechnik, der Austausch auch von großen Rolltreppenanlagen wie am Marienplatz und Hauptbahnhof sowie Auswirkungen der Baumaßnahmen zur zweiten Stammstrecke, unter anderem am Hauptbahnhof.

16. Februar 2017

U5-Verlängerung nach Pasing: Untergrund wird erkundet

Autor: Florian Schütz — Abgelegt unter: Über muenchnerubahn.de — 16:33

Wie in der heutigen Rathaus-Umschau zu lesen ist, wird in Kürze im Rahmen der detaillierten Planungen für den Weiterbau der U-Bahn-Linie U5 vom Bahnhof Laimer Platz nach Pasing der künftige Baugrund durch Probebohrungen erkundet.

Dazu hat das Baureferat zusammen mit externen Fachgutachtern ein Konzept entwickelt. Entlang der gesamten, knapp vier Kilometer langen Strecke vom Bahnhof Laimer Platz bis zum Bahnhof Pasing sind in den nächsten Monaten etwa 50 Bohrungen vorgesehen. Etwa die Hälfte der Bohrstellen dient künftig dazu, während der geplanten Bauarbeiten die Grundwasserstände zu messen und zu überprüfen. Die meisten Bohrungen finden auf öffentlichem Grund statt, also zum Teil auf Gehwegen, in Baumgräben oder auf Grünstreifen. Die Arbeiten sollen bis Ende April 2017 abgeschlossen sein. Die gutachterlichen Ergebnisse werden in die Antragsunterlagen für das Planfeststellungsverfahren eingearbeitet, die das Baureferat derzeit vorbereitet.

Derartige Voruntersuchungen sind nötig, um die Bodenbeschaffenheiten im Untergrund genauer zu erkennen und die vorgesehenen Bauweisen darauf abzustimmen. Unfälle wie beim Bau der U2 in Trudering sollen durch möglichst gute Kenntnisse über den zu erwartenden Baugrund möglichst ausgeschlossen werden. Im weiteren Verlauf der Detailplanungen werden meist noch weitere Erkundungsbohrungen nötig, um die Planungen über die für eine Planfeststellung nötige Genauigkeit hinaus zu detaillieren.

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