U-Bahn München Blog

Betriebshof Süd: Änderung des Flächennutzungsplans beschlossen

7. Juli 2021

Autor: Florian Schütz — Abgelegt unter: Betrieb, Netz, Technik — 15:25

Wie die heutige Rathausumschau meldet, hat der Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung dem Antrag auf Änderung des Flächennutzungsplans zugestimmt. Damit ist ein wichtiger Schritt zur Erlangung des Baurechts für den geplanten Betriebshof Süd absolviert.

Betriebshof Süd - Visualisierung des Projektes Auf einem zirka sieben Hektar großen Gebiet am Stadtrand von München in Ramersdorf-Perlach soll zukünftig ein zweiter U-Bahn-Betriebshof errichtet werden. Der Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung des Stadtrats hat dafür die Änderung des Flächennutzungsplans mit integrierter Landschaftsplanung vorbehaltlich der Bestätigung durch die Vollversammlung gebilligt.

Als Auflage wurde dabei ein größtmöglicher Lärm- und Lichtschutz sowie eine möglichst bahnsteiggleiche Umsteigebeziehung auch bei einer viergleisig ausgebauten S-Bahnstrecke am Bahnhof Neuperlach Süd gemacht. Ebenso soll ein Gestaltungswettbewerb für die hohen Lärmschutzwände ausgelobt werden.

Geplante Bauwerke im Betriebshof Süd Das prognostizierte Bevölkerungswachstum der Stadt München führt zu einem steigenden Fahrgastaufkommen und erfordert Angebotsausweitungen im Öffentlichen Personennahverkehr durch Netzerweiterungen und Taktverdichtungen. Die daraus resultierende Vergrößerung des Fahrzeugparks bedarf entsprechender Abstell- und Werkstattkapazitäten. Um diesen Anforderungen zukünftig gerecht werden zu können, ist in Neuperlach Süd die Einrichtung eines zweiten U-Bahn-Betriebshofs zusätzlich zum bestehenden in Fröttmaning geplant. Mit der vorliegenden Änderung des Flächennutzungsplans werden die planungsrechtlichen Grundlagen für das Projekt geschaffen. Zu diesem Zweck soll die Fläche zukünftig im Flächennutzungsplan als „Sondergebiet gewerblicher Gemeinbedarf“ dargestellt werden. Gleichzeitig wird der Erhalt und Ausbau der Wegeverbindungen für den Fuß- und Radverkehr angestrebt. Eingriffe in den stadtbedeutsamen Grünzug „Im Gefilde“ finden nicht statt.

Weitere Informationen zum Thema

Quelle:

Rathaus-Umschau vom 7. Juli 2021

U5 Pasing: Bund sagt Fördergelder zu

29. Juni 2021

Autor: Florian Schütz — Abgelegt unter: Netz — 15:04

Die Verlängerung der U5 vom Laimer Platz nach Pasing ist einen Schritt näher am Baubeginn: Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hat mit Schreiben vom 28. Juni an Oberbürgermeister Dieter Reiter Fördermittel des Bundes für die Verlängerung der U-Bahn-Linie U5 vom Laimer Platz bis Pasing zugesagt. 

Nachdem seit 2010 keine U-Bahnstrecke mehr im Bau ist, scheinen sich dieses Jahr neben der Verlängerung der U6 nach Martinsried auch für die U5 in Richtung Pasing die Zeichen zu drehen.

Zwar laufen seit 2008 Vorplanungen für die Verlängerung der U5 nach Pasing wieder auf Sparflamme, aber erst nach der Kommunalwahl im Frühjahr 2014 verpflichtete sich die damalige schwarz-rote Stadtregierung das Projekt im Zweifel auch ohne Bundeszuschüsse umzusetzen und die mindestens 600 Millionen Euro Baukosten notfalls komplett aus dem Stadtsäckel zu zahlen, was ein Novum im Münchner U-Bahn-Bau gewesen wäre. Üblicherweise beträgt die Fördersumme im ÖPNV 50% und mehr der Investitionssumme.

Spätestens mit der Corona-Pandemie seit 2020 war an diese Zusage aber nicht mehr ganz zu glauben, da die Kassen der Stadt sich zunehmend leeren und eine derartige Investition aus Bilanz der Stadt kaum alleine zu stemmen gewesen wäre. Durch die aktuellen Maßstäbe des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) sind Strecken, die kaum neue Gebiete erschließen, nur sehr schwer über den relevanten Wert von 1,0 in der Kosten-Nutzen-Analyse zu bekommen. Im aktuellen Fall der Strecke nach Pasing wurden schon verschiedentlich Rolltreppen eingespart, um möglichst wenig Kosten zu verursachen. Eine Novelle des GVFG ist allerdings für den Herbst angekündigt, die hier auch Aspekte der Verkehrswende und Entlastung bestehender Infrastruktur stärker betrachten soll.

In der heutigen Rathausumschau äußert sich Oberbürgermeister Dieter Reiter sehr erfreut über die erhaltene Zusage:

Vor dem Hintergrund der pandemiebedingten Haushaltslage kann aus meiner Sicht eine positive Entscheidung für das Projekt nur getroffen werden, sofern eine Förderung aus Bundesmitteln erfolgt. Ich hatte deshalb im Mai dem Bundesverkehrsminister geschrieben und um eine baldige Zusage des Bundesministeriums gebeten, dass die Verlängerung der U5 vom Laimer Platz nach Pasing seitens des Bundes dem Grunde nach gefördert werden kann. Ich freue mich nun sehr über die Zusage des Bundesministeriums. Sie ist ein wichtiges Signal für den Ausbau des ÖPNV in München und gibt uns Planungssicherheit für das Großprojekt der Verlängerung der U5 nach Westen mit den neuen U-Bahnstationen Willibaldstraße, Am Knie und Pasing.

Oberbürgermeister Dieter Reiter

Vorgesehene Bahnhöfe

U5

Willibaldstraße (geplant)

2028

Der U-Bahnhof Willibaldstraße ist ein im Rahmen der Verlängerung der U5 geplanter U-Bahnhof an der Kreuzung Gotthard­straße / Willibaldstraße. » mehr

Lageplan des geplanten U-Bahnhofs Willibaldstraße
U5

Am Knie (geplant)

2028

Der Bahnhof Am Knie ist ein im Rahmen der Verlängerung der U5 geplanter U-Bahnhof. Er soll unter dem Straßenzug "Am Knie" errichtet werden. » mehr

Lageplan des geplanten U-Bahnhofs Am Knie
U5

Pasing (geplant)

2028

Der Bahnhof Pasing ist ein geplanter U-Bahnhof unter dem gleichnamigen DB-Bahnhof. Er soll bei seiner Fertigstellung der westliche Endbahnhof der U5 sein. » mehr

Lageplan des geplanten U-Bahnhofs Pasing

Infoveranstaltung Sendlinger Tor

24. Juni 2021

Autor: Florian Schütz — Abgelegt unter: Störungen und Bauarbeiten, U-Bahnhöfe — 19:55

Am 24. Juni lud die Münchner Verkehrsgesellschaft zu einer virtuellen Informationsveranstaltung zum Fortschritt der seit 2017 bestehendenden Baustelle am Sendlinger Tor. Dort wird unter laufenden Betrieb eine Komplettsanierung und Erweiterung des U-Bahnhofs umgesetzt.

Virtuelle Baustellenführung

Neuer Aufgang unter der Sonnenstraße im U-Bahnhof Sendlinger Tor Die Projektleiter Andreas Schmid, Barbara Mittermeier und Kerstin Scholber erläuterten zunächst die Gründe für den Umgang: vervielfachte Fahrgastzahlen, ca. 1600 U-Bahn-Halte und 250.000 Fahrgäste pro Tag. Ebenso sind die Anforderungen des Brandschutzes seit dem Bau Ende der 1960er-Jahre deutlich gestiegen, was mit der Modernisierung ebenfalls angegangen wird. Im Zug des Umbaus werden auch Barrierefreiheit und Gestaltung auf ein zeitgemäßes Niveau gebracht.

Im Rahmen eines Videorundgangs wurde der Zwischenstand der Baustelle gezeigt mit den zum Teil bereits fertiggestellten Teilen wie dem neuen Aufbau Sonnenstraße, ebenso die gerade im Umbau befindlichen Teilen des Bahnhofs wie den Treppen-Dreh im zentralen Umsteigebereich des U-Bahnhofs. Dort wird im Juli 2021 der östliche Teil der neuen Treppenaufgänge eröffnet, anschließend wird der westliche Teil umgebaut bis zum 2. Halbjahr 2022.

Neuer Querschlag unter der Sonnenstraße im U-Bahnhof Sendlinger Tor Bereits eröffnet wurde der neue Aufgang zur Sonnenstraße. Der Aufgang direkt zum Sendlinger Tor wird im Herbst 2021 um eine weitere Rolltreppe erweitert eröffnet, dann wird auch wieder der Sendlinger Tor-Platz per Fahrtreppe erreichbar sein. Der Aufgang zur Müllerstraße soll im Sommer 2022 in verbreiterter Form wieder eröffnet werden. Die Fahrtreppe zum neuen Aufgang an der Blumenstraße wird eine der längsten im Netz der Münchner U-Bahn sein.

Im Jahr 2023 werden dann alle Baubestandteile des 155 Millionen teuren Umbaus fertiggestellt sein, auch die beiden neuen Aufzüge zum Sendlinger Tor-Platz, die die bisher im Sperrengeschoss endenden Aufzüge nach oben verlängern.

Anlieferungslogistik für die Umbauten am U-Bahnhof Sendlinger Tor Die Anlieferung insbesondere von größeren Teilen wie neuen Rolltreppen oder von Bodenplatten wird bevorzugt über das Schienennetz in den nächtlichen Betriebsruhen durchgeführt.

Gestaltung und Barrierefreiheit

Kerstin Scholber stellte die künftige Gestaltung des U-Bahnhofs vor. Wie im historischen Original werden die beiden Bahnsteigebenen in gelber (U1/U2 Ebene), blauer (U3/U6-Ebene) und das Sperrengeschoss in schwarzer Wand- und Deckenverkleidung gehalten sein.

Die frühere Rampe im Sperrengeschoss wurde durch eine vollflächige deutlich flachere Rampe ersetzt. Insgesamt wird es zukünftig sechs Fahrtreppen mehr als zuvor geben, ebenfalls drei neue Aufzüge zur Oberfläche. Die Barrierefreiheit wird zudem durch die nun durchgängig erhöhten Bahnsteigoberflächen auf beiden Bahnsteigebenen verbessert. Das taktile Leitsystem wird ebenfalls auf den aktuellen Stand gebracht und wurde durchgängig neu konzipiert. Einen großen Supermarkt und 11 kleinere Geschäfte wird es künftig im Sperrengeschoss geben auf insgesamt 1230 qm (vorher: 210 qm). Dieser Flächenzuwachs entstand zu großen Teilen durch den früher ungenutzten Bereich des Sperrengeschosses, in dem 2014 zur Bauzeit am Marienplatz das MVG-Kundenzentrum untergebracht war.

Zuschauerfragen

Im Anschluss an die Präsentation der Projektleiter wurden zahlreiche Fragen aus dem virtuellen Publikum beantwortet, von betrieblichen Belangen, Baufortschritten, Gestaltungsmerkmalen bis hin zu Fragen des künftigen Trambetriebs an der Oberfläche, für den aktuell Varianten untersucht werden und weswegen u.a. die Aufgänge in Richtung Nussbaumstraße nicht im selben Maße modernisiert werden wie der Rest des Bauwerks.

Weitere Informationen

Gestaltungswettbewerb U-Bahnhof Martinsried abgeschlossen

19. Juni 2021

Autor: Florian Schütz — Abgelegt unter: Störungen und Bauarbeiten, U-Bahnhöfe — 13:02

Im Wettbewerb zur Gestaltung des geplanten U-Bahnhofs Martinsried am südlichen Ende der Linie U6 auf dem Gebiet der Gemeinde Planegg hat das Preisgericht die Entwürfe von Gruber + Popp Architekt:innen aus Berlin mit dem ersten Platz prämiert.

Rendering des geplanten U-Bahnhofs Martinsried Rendering Gruber + Popp Architekt:innenDer nüchterne Entwurf für den U-Bahnhof Martinsried beinhaltet viele Sichtbetonflächen, einzelne gelbe Farbakzente und einige pfiffige Ideen, die den Bezug zur Umgebung mit den Forschungsinstituten Ludwig-Maximilians-Universität aufnehmen.

Über die baulich notwendigen Entrauchungs-, Lüftungs- und Lichtöffnungen in der Bauwerksdecke wird viel Tageslicht auf den Bahnsteig gebracht. Ergänzt wird die Struktur an der Decke von weiteren, zellenförmig gestalteten Flächen, die mit Leuchtmitteln und Akustikabsorbern versehen sind.

Aus der Beurteilung des Preisgerichts:

Das Gesamtkonzept erscheint harmonisch und fügt sich gut in den Park des neuen Uni-Ensembles ein. Die Assoziation an Zellstrukturen unter dem Mikroskop wirkt stimmig und stellt einen nachvollziehbaren Bezug zum Ort her.

Im Inneren prägen organische Deckenaussparungen und Deckenöffnungen den neuen Bahnhof. Sie beinhalten auf sinnfällige Weise alle Nutzungselemente wie Entrauchung, Akustik und Beleuchtung. Oberlichter stellen einen Bezug zur Außenwelt her, Aussparungen für Kunstlicht und Leuchten in den Lüftungsschächten ergänzen das Lichtkonzept und sorgen für eine gleichmäßige Ausleuchtung. Der Entwurf kommt ohne weitere Gestaltungselemente aus und schafft so auf einfache Weise einen zurückhaltenden aber doch atmosphärischen Innenraumcharakter.

Die zellartige Struktur überzeugt auch oberirdisch. Hier fügen sich die Entrauchungskuppel und Oberlichter organisch in die Landschaft ein und lassen eine sinnfällige und hochwertige Nutzung der Freibereiche erwarten.

Quelle:

Gruber + Popp Architek:innen Berlin – U-Bahnhof Martinsried

Terminhinweis: Virtuelle Infoveranstaltung Sendlinger Tor

13. Juni 2021

Autor: Florian Schütz — Abgelegt unter: Störungen und Bauarbeiten, U-Bahnhöfe — 12:00

Am Donnerstag, 24.06.2021 um 18.30 Uhr lädt die Münchner Verkehrsgesellschaft zu einem virtuellen Informationsabend ein, um den aktuellen Zwischenstand der laufenden Erweiterungs- und Sanierungsarbeiten am U-Bahnhof Sendlinger Tor vorzustellen.

Seit März 2017 wird der U-Bahnhof Sendlinger Tor unter laufendem Betrieb umgebaut. Alle drei Ebenen werden komplett saniert, modernisiert, umgestaltet, barrierefrei ausgebaut, brandschutztechnisch an heutige Standards angepasst sowie erweitert. Die Steigerung der Leistungsfähigkeit des teilweise über 45 Jahre alten Bauwerks steht bei dem Umbau im Mittelpunkt. 2023 wird mit der Fertigstellung aller Teilbaumaßnahmen gerechnet.

Neuer Querschlag unter der Sonnenstraße im U-Bahnhof Sendlinger Tor Neuer Zugang Sonnenstraße Sendlinger Tor, Bahnsteig U3/U6 nach dem Umbau Bahnsteig U3/U6 Sendlinger Tor, Bahnsteig U1/U2 nach dem Umbau Bahnsteig U1/U2 Sendlinger Tor, Sperrengeschoss nach dem Umbau Sperrengeschoss Überblick über den Umbau am Sendlinger Tor Schematischer Plan

Inhalte der virtuellen Informationsveranstaltung

  • Live-Präsentation zum Baufortschritt  
  • Fragerunde mit Projektverantwortlichen
  • Virtuelle Baustellenführung
  • Blicke hinter die Kulissen
  • Ausblick auf die ausstehenden Baumaßnahmen

Anmeldung

Weitere Informationen und Informationen zur verpflichtenden Anmeldung können der Informationsseite auf mvg.de entnommen werden.

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