U-Bahn München Blog

Betriebshof Süd: Änderung des Flächennutzungsplans beschlossen

7. Juli 2021

Autor: Florian Schütz — Abgelegt unter: Betrieb, Netz, Technik — 15:25

Wie die heutige Rathausumschau meldet, hat der Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung dem Antrag auf Änderung des Flächennutzungsplans zugestimmt. Damit ist ein wichtiger Schritt zur Erlangung des Baurechts für den geplanten Betriebshof Süd absolviert.

Betriebshof Süd - Visualisierung des Projektes Auf einem zirka sieben Hektar großen Gebiet am Stadtrand von München in Ramersdorf-Perlach soll zukünftig ein zweiter U-Bahn-Betriebshof errichtet werden. Der Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung des Stadtrats hat dafür die Änderung des Flächennutzungsplans mit integrierter Landschaftsplanung vorbehaltlich der Bestätigung durch die Vollversammlung gebilligt.

Als Auflage wurde dabei ein größtmöglicher Lärm- und Lichtschutz sowie eine möglichst bahnsteiggleiche Umsteigebeziehung auch bei einer viergleisig ausgebauten S-Bahnstrecke am Bahnhof Neuperlach Süd gemacht. Ebenso soll ein Gestaltungswettbewerb für die hohen Lärmschutzwände ausgelobt werden.

Geplante Bauwerke im Betriebshof Süd Das prognostizierte Bevölkerungswachstum der Stadt München führt zu einem steigenden Fahrgastaufkommen und erfordert Angebotsausweitungen im Öffentlichen Personennahverkehr durch Netzerweiterungen und Taktverdichtungen. Die daraus resultierende Vergrößerung des Fahrzeugparks bedarf entsprechender Abstell- und Werkstattkapazitäten. Um diesen Anforderungen zukünftig gerecht werden zu können, ist in Neuperlach Süd die Einrichtung eines zweiten U-Bahn-Betriebshofs zusätzlich zum bestehenden in Fröttmaning geplant. Mit der vorliegenden Änderung des Flächennutzungsplans werden die planungsrechtlichen Grundlagen für das Projekt geschaffen. Zu diesem Zweck soll die Fläche zukünftig im Flächennutzungsplan als „Sondergebiet gewerblicher Gemeinbedarf“ dargestellt werden. Gleichzeitig wird der Erhalt und Ausbau der Wegeverbindungen für den Fuß- und Radverkehr angestrebt. Eingriffe in den stadtbedeutsamen Grünzug „Im Gefilde“ finden nicht statt.

Weitere Informationen zum Thema

Quelle:

Rathaus-Umschau vom 7. Juli 2021

Betriebshof Süd: Informationsveranstaltung vom 12. Mai

12. Mai 2021

Autor: Florian Schütz — Abgelegt unter: Betrieb, Netz, Technik — 19:44

Die Münchner Verkehrs­gesellschaft informierte am 12. Mai im Rahmen einer Online-Informationsveranstaltung zum Stand der Planungen des Betriebshofes Süd in Neuperlach, der die bisherige Betriebsanlage im Anschluss an den U-Bahnhof Neuperlach Süd zum vollständigen Betriebshof erweitern soll.

Projektüberblick

Betriebshof Süd - Visualisierung des Projektes Durch die Veranstaltung führte Monika Arzberger. Nach einem Grußwort von Thomas Kauer (Vorsitzender des Bezirksausschusses 16 Ramersdorf-Perlach) und einer Einleitung durch Arne Petersen von der MVG erläuterte Matthias Fiedler vom neugegründeten Mobilitätsreferat der Landeshauptstadt München die Beweggründe für mehr ÖPNV.

Bis zum Jahr 2025 sollen 80% der Wege in München emissionsfrei zurückgelegt werden, bis 2030 soll der Modal-Split-Anteil des ÖPNV auf 30% steigen, bis 2035 soll die Stadt klimaneutral werden. Durch diesen Auftrag des Stadtrats an die MVG, den ÖPNV in München auszuweiten, entsteht der Bedarf an mehr Zügen und damit auch an mehr Abstellungs- und Werkstattkapazität.

Thomas Nowak aus dem Bereich Angebotsplanung der MVG zeigte in einer Herleitung aus der Historie der Münchner U-Bahn in den letzten knapp 50 Jahren, warum weitere Taktverdichtungen und Angebotserweiterungen mit einem einzigen Betriebshof für 100km Streckennetz kaum noch möglich sind. 40-50% der Züge müssen täglich in den Betriebshof ein- oder ausrücken, hier limitiert also die Streckenkapazität mit einem fast durchgängigen 5-Minuten-Takt auf allen Strecken zum Betriebshof die Kapazität. Zudem ist die Abstellkapazität und die Fläche im Betriebshof Nord in Fröttmaning heute schon nahezu erschöpft.

Standortwahl

Planvarianten zum Betriebshof Süd in Neuperlach Zur Standortwahl des Projekts erläuterten Arne Petersen und Florian Bals als Projektleiter die Hintergründe, warum nur der Standort in Neuperlach Süd alle Kriterien tatsächlich erfüllt – im Gegensatz zu einem möglichen Standort in der Riemer Messestadt oder den früh in der Evaluierung ausgeschiedenen Standorten Feldmoching, Moosach, Olympia-Einkaufszentrum und Studentenstadt. Im Anschluss stellte Herr Bals die verschiedenen betrachteten Varianten in Neuperlach Süd kurz vor. Die Vorzugsvariante BS1 hatte dabei die beste Bewertung im Flächenbedarf und auch den betrieblichen Belangen.

Marc Hofmann vom Architekturbüro 03 Architekten stellte die Grundlage der Rahmenplanung vor. Ziel hierbei ist ein Baubeginn im Jahr 2024. Bis dahin sollen Änderungen des Flächennutzungsplans, die Trassierungplanung und die Planfeststellung abgeschlossen sein.

Arne Lorz aus dem Planungsreferat erläuterte diese notwendigen Änderungen am Flächennutzungsplan. Dabei soll der Bereich des neuen Betriebshof als „Sondergebiet Gewerblicher Gemeinbedarf“ ausgewiesen werden. Ebenso müssen die bestehenden Straßen zum Teil neu trassiert werden. Am 16.6. sollen diese Änderungen am Flächennutzungsplan vorgelegt und Ende Juni in der Vollversammlung des Stadtrates beschlossen werden.

Geplante Gebäude des Betriebshofs

Geplante Bauwerke im Betriebshof Süd Roberto Kutter (RPB Rückert Architekten) und Florian Bals stellten anschließend das Bauvorhaben des Betriebshofs Süd genauer vor. Fünf Gebäude sollen auf dem Areal künftig errichtet werden, deren Dächer mit Photovoltaik, Begrünung und Oberlichtern ausgestattet werden.
Ein Randbau im Osten und eine Lärmschutzwand im Süden umgrenzen das Areal der Abstellanlage im südlichen Bereich, hier haben 30 U-Bahn-Langzüge Platz.
Eine Werkstatthalle mit 4 Gleisen und 30 Metern Breite liegt nördlich davon, diese wird ebenfalls von einem Randbau nach Norden begrenzt.
Leichte betriebsnahe Instandhaltungen sind in Neuperlach geplant, schwere Instandhaltungen finden weiterhin nur im Betriebshof Nord in Fröttmaning statt.
Eine Fahrzeughalle und eine Waschhalle ergänzen die Bauwerke.

Gestaltungskonzept der Gebäude im Betriebshof Süd In einer Infrastrukturhalle sollen auch Wartungsfahrzeuge ihre Heimat haben. Ein Anschluss an das Netz der Deutschen Bahn ist in diesem Zuge auch vorgesehen, um Anlieferungen ins U-Bahn-Netz nicht nur im Bereich Freimann zu ermöglichen.
Ein Abnahmegleis parallel zur Bahnstrecke mit ca. 900m Länge wird außerdem geplant.

Um sich möglichst wenig störend in die Umgebung einzufügen, sollen die funktional nötigen Gebäude möglichst kompakt gehalten sein und in Grau- und Blautönen gehalten werden. Ergänzend soll viel Grün soll eine verträgliche Integration die Umgebung sicherstellen.

Schallschutz

Lärmschutz im Betriebshof Süd Lärmschutz im Betriebshof Süd Der Schallschutz als wichtiges Thema für die Umgebung wurde ebenfalls thematisiert. Sowohl die Verkehrsgeräusche als auch die Betriebs- und Anlagengeräusche des geplanten Betriebshofes mussten während des Planungsprozesses analysiert werden. Computermodelle berechneten den Beurteilungspegel von zahlreichen Punkten in der Umgebung.
Drei Lärmschutzwände sind aus diesem Grund vorgesehen. Im Osten ist eine 4 Meter hohe Wand und nach Süden eine 250m lange und 8m hohe, begrünte Lärmschutzwand geplant. An der Carl-Wery-Straße ist eine weitere 140m lange stark lärmabsorbierende Lärmschutzwand vorgesehen.
Gemäß den Berechnungen werden damit an allen Messpunkten die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten.

Die Hauptzufahrt zum Betriebshof ist von Norden her vorgesehen. Weitere Zugänge und Fluchtmöglichkeiten sind für das Personal ringsum vorgesehen. 280 Menschen sollen im Schichtbetrieb laut der Planrechnung im Jahr 2035 arbeiten.

Verkehrswege

Christoph Möller von Werner Consult erläuterte die Einbindung des Betriebshofs in die Nachbarschaft, insbesondere bei den Verkehrswegen.
Durch die Ersetzung des Bahnüberganges im Zuge der Arnold-Sommerfeld-Straße durch ein Trogbauwerk unter der Bahnstrecke und dem Betriebshof hindurch kann hier die Verkehrsführung verbessert werden, auch für einen neu geschaffenen straßenbegleitenden Geh- und Radweg.
Der Lise-Meitner-Weg wird künftig östlich um den Betriebshof herum im Norden an die Arnold-Sommerfeld-Straße angebunden, im Westen ist eine Rampenanlage für Fuß- und Radgänger zur Anbindung vorgesehen.
Die Rotkäppchenstraße wird künftig nördlich parallel zur Bahn geführt und mündet zwischen Bahnstrecke und Betriebshof in das Trogbauwerk der Arnold-Sommerfeld-Straße ein, der bisherige Bahnübergang an der Rotkäppchenstraße wird künftig rückgebaut.

Visualisierung des Betriebshofs Süd Visualisierung Visualisierung des Betriebshofs Süd Visualisierung Verkehrskonzept um den Betriebshof Süd Verkehrswege Anbindung des Betriebshofs Süd Anbindung an die Umgebung

Landschaftsplanung und Umweltverträglichkeit

Annette Pfundheller (Landschaftsarchitektin bei mahl gebhard konzepte) erläuterte das freiräumliche Konzept, wie sich der Betriebshof in die Umgebung einfügen soll. Er soll sowohl in der Umrandung als auch im Inneren begrünt werden, sowohl durch rasterartige und freie Baumpflanzungen, Blühwiesen und begrünte Dächer.

Andreas Pöllinger (Umweltgutachter vom Büro Dr. Schober) erläuterte die Maßnahmen zur Umweltverträglichkeit innerhalb der Begleitung des Bauprojekts bis zum Planfeststellungsverfahren. Seit 2017 wurden auf dem vorgesehenen Gelände verschiedene Kartierungen der Flora und Fauna vorgenommen. In einem landschaftspflegerischen Begleitplan werden Schutz- und Kompensationsmaßnahmen im Bereich des Natur- und Artenschutzes festgehalten, die dem Erhalt der gefundenen schützenswerten Arten dienen sollen. Der betroffene Raum liegt großteils in strukturarmen Ackerflächen im urbanen Kontext und hat daher eine geringe Eingrifssintensität in die Natur.

Weitere Schritte

Die nächsten Schritte in der Planung erläuterte Florian Bals.

  • Nach der Änderung des Flächennutzungsplans im Sommer soll im Herbst die Genehmigung zum Planfeststellungsverfahren vom Stadtrat eingeholt werden
  • Anfang 2022 sollen diese Unterlagen bei der Regierung von Oberbayern abgegeben und öffentlich ausgelegt werden
  • Bis Ende 2023 soll Baurecht erlangt werden
  • 2024 soll mit dem Bau begonnen werden
  • Ab 2026 soll der Betriebshof Süd dann in mehreren Etappen in Betrieb gehen.

Fragerunde

Informationsveranstaltung zum Betriebshof Süd Monika Arzberger und Arne PetersenNach knapp 90 Minuten Präsentation des Projekts wurden noch eine Auswahl der währenddessen gestellten 300 Fragen beantwortet:

  • Warum ein U-Bahn-Betriebshof nicht unterirdisch gebaut werden kann wurde mit Flächenbedarf und Kostenfragen (Faktor 4) begründet.
  • Abstellflächen für Busse soll es im Umfeld künftig nicht mehr geben.
  • Betriebswohnungen sind u.a. aus Lärmschutzgründen nicht möglich.
  • Der 2-gleisige Ausbau der S7 wird nach der Errichtung des Betriebshofs weiterhin möglich sein, gleichzeitig wird auch eine mögliche U5-Verlängerung im Zuge einer Vorhaltemaßnahme baulich offengehalten.
  • Bei Inbetriebnahme ist vermutlich ein Zwei-Schichtbetrieb nötig, im Schallschutzgutachten ist ein 24h-Betrieb aber bereits berücksichtigt.
  • Eine komplette Einhausung der Abstellanlage wurde nach schallschutzrechtlichen Berechnungen verworfen, da mit Lärmschutzmaßnahmen für 2 Mio. Euro der selbe Effekt wie mit einer 25 Mio. teuren Halle erreicht werden kann.
  • Zahlreiche Fragen zum Schallschutz auch für Neubiberg und die Umgebung wurden beantwortet, insbesondere auch zum Abnahmegleis entlang der Bahnstrecke. Laut dem Schallschutzgutachten können alle Grenzwerte eingehalten werden.
  • Die Kosten für den Neubau des Betriebshofs Süd werden aktuell auf ca. 200 Mio Euro geschätzt.
  • Der heutige U-Bahnhof Neuperlach Süd wird sich durch den Neubau weder in seiner Lage noch in seiner Gestaltung verändern.

Weitere Informationen zum Thema

MVG bestellt weitere 22 Züge des Typs C2

2. Juli 2020

Autor: Florian Schütz — Abgelegt unter: Fahrzeuge, Technik — 21:31

Die Erneuerung der Münchner U-Bahn-Flotte wird konsequent fortgesetzt: aus der zweiten Option der ursprünglichen C2-Bestellung werden bei Siemens weitere 22 Züge des Typs C2 abgerufen. Die neuen Fahrzeuge lösen zwischen 2022 und 2024 alte Züge vom Typ A ab.

C2-Zug Präsentation im U-Bahnhof Georg-Brauchle-Ring Vorstellung 2014Die 22 neuen C2-Züge ergänzen die bereits 2014 vorgestellten und seit 2016 betriebenen 21 C2-Züge aus dem Hauptauftrag von 2010 sowie die 24 Züge aus der ersten Option, die derzeit ausgeliefert und sukzessive in Betrieb genommen werden. Sechs Fahrzeuge aus der aktuellen Lieferung werden bereits auf der U3 und U6 eingesetzt, künftig sollen die Züge auch auf der U2 eingesetzt werden.

Durch den Abruf der zweiten Option erhöht sich die Gesamtzahl der modernen C2-Züge im MVG-Netz bis 2024 auf insgesamt 67. Das Auftragsvolumen für die Nachbestellung beläuft sich auf mehr als 200 Millionen Euro.

C2-Zug 702 bei der Einfahrt zum U-Bahnhof Studentenstadt

In den C2-Zügen profitieren die Fahrgäste der MVG von etwa zehn Prozent mehr Platz als in den Altfahrzeugen. Sie fassen rund 940 Fahrgäste (220 Sitzplätze). Wie die bereits vorhandenen C2-Züge werden auch die nachbestellten Fahrzeuge komplett durchgängig und mit Fahrgast-TV und Videoüberwachung ausgestattet sein. Jeder Zug hat 4.500 PS.

Sabrina Soussan, CEO Siemens Mobility:

„Wir sind stolz, dass die Stadtwerke München und die Münchner Verkehrsgesellschaft sich entschlossen haben die zweite und letzte Option dieses Großauftrags abzurufen. Einschließlich dieser Züge haben wir dann insgesamt 67 Züge mit 402 Wagen an die Stadtwerke München geliefert. Die neuen C2-Züge tragen zu einer nachhaltigen Wertsteigerung über den gesamten Lebenszyklus und zu verbessertem Fahrgastkomfort bei. Damit sind wir an der Entwicklung des öffentlichen Nahverkehrs in unserer Heimatstadt maßgeblich beteiligt.“

Maria Els, Regierungspräsidentin von Oberbayern:
C2-Zug 714 im U-Bahnhof Fröttmaning

„Die Technische Aufsichtsbehörde der Regierung von Oberbayern wird die Zulassung der neuen Münchner U-Bahnzüge in bewährter Weise konstruktiv begleiten. Durch die Nachbestellung eines bereits vorhandenen Zugtyps ist das Zulassungsverfahren zügig durchführbar. Ich freue mich, dass wir gemeinsam mit Siemens, den SWM und der MVG erneut einen wichtigen Beitrag für die Verkehrswende leisten.“

Ingo Wortmann, MVG-Chef und SWM Geschäftsführer Mobilität:

„Mit den neuen C2-Zügen setzen wir die Verjüngung unserer U-Bahn-Flotte konsequent fort. Für unsere Fahrgäste bedeutet das vor allem mehr Platz und mehr Komfort. Über die nächsten zehn Jahre wollen wir alle alten A- und B-Wagen ausmustern und unsere U-Bahn künftig ausnahmslos mit modernen Hochleistungszügen betreiben. Damit bringen wir bereits ohne weitere Taktverdichtungen rund 5.000 Plätze mehr auf die Schiene.“

Quelle:

MVG Pressemeldung vom 2. Juli 2020

Münchner Fenster: Die Fahrgäste sehen fern

21. November 2013

Autor: Frederik Buchleitner — Abgelegt unter: Betrieb, Fahrzeuge, Technik — 23:01

Bereits 2010 stellte die MVG die ersten Fahrgastinfo-Monitore in Zügen der U-Bahn-Baureihe A vor. Dass bis zum Fahrgasteinsatz drei Jahre vergingen, lag an langwierigen Ausschreibungs- und Genehmigungsverfahren; schließlich musste nachgewiesen werden, dass die neue Technik sich nicht auf die bisherige Fahrzeug- und Streckentechnik auswirkt oder sie beeinflusst.

Das neue „Münchner Fenster“ im A-Wagen 6340/7340 auf den ersten Runden im Fahrgastbetrieb

Das neue „Münchner Fenster“ im A-Wagen 6340/7340 auf den ersten Runden im Fahrgastbetrieb

Doch ab dem heutigen Donnerstag kann das „Münchner Fenster“ endlich loslegen. Nachdem am Morgen vor der Presse die neuen Informationsmonitore der U-Bahnen feierlich enthüllt wurden, ging heute gegen 19 Uhr der erste U-Bahn-Zug vom Typ A mit aktiviertem „U-Bahn-Fernsehen“ in den Fahrgasteinsatz auf die U6. (more…)

München mag’s mobil! 150 Jahre Mobilität für München – 40 Jahre U-Bahn.

23. Oktober 2011

Autor: Florian Schütz — Abgelegt unter: Betrieb, Technik — 19:39

Bei strahlendem Sonnenschein und mildem Herbstwetter präsentierte die Münchner Verkehrsgesellschaft am Samstag, 22. Oktober Ihren Gästen ein buntes Festprogramm quer über das Stadtgebiet verteilt.

Tram-Betriebshof in der Einsteinstraße Los ging es kurz vor 10 Uhr mit einem Fahrzeugkorso aus historischen und aktuellen Bussen und Trambahnen von der Theatinerstraße bis zum Max-Weber-Platz. Das war der Auftakt zu den Feierlichkeiten zu 150 Jahre Bus und 135 Jahre Tram in München.
Weiter ging es ab 11 Uhr im Tram-Betriebshof in der Einsteinstraße sowie im MVG-Museum in der Ständlerstraße.

Bereits am 19. Oktober jährte sich die Eröffnung der Münchner U-Bahn zum 40. Mal: der A-Wagen 105 eröffnete den Betrieb der Linie U6 vom Kieferngarten zum Goetheplatz. Dieses Jubiläum nahm die Münchner Verkehrsgesellschaft zum Anlass, die Tore ihrer ansonsten für den Normalbürger nicht zugänglichen Technischen Basis in Fröttmaning zu öffnen.

40 Jahre U-Bahn: Andrang in der Technischen Basis beim Tag der offenen Tür Das gute Wetter brachte einen für die sonst eher beschaulichen Werkstätten einigen Andrang mit sich, die Schlangen z.B. für den U-Bahn-Fahrsimulator, die Führungen durch das Stellwerk und Mitfahrten in Führerständen von U-Bahnwagen und Werkstattzügen machten dies eindrucksvoll deutlich. Insgesamt besuchten laut MVG gut 40.000 Besucher die Veranstaltungen des Mobilitätsjubiläums.

Neben Einblicken in den Werkstattalltag der Hauptwerkstätte mit ihrem Sattlerbetrieb, der Schlosserei, Schreinerei, Schleiferei, Druckerei und vielen weiteren Abteilungen konnte auch vielen normalen Wartungsarbeiten beigewohnt werden, z.B. auch dem Kuppeln und Entkuppeln von im Betrieb fest verbundenen Wagen eines Doppeltriebwagens. Einblicke in den Ausbildungsalltag zahlreicher Lehrberufe boten die Stadtwerke an.

40 Jahre U-Bahn: Einblicke in die Hauptwerkstätte Einblick in die
Hauptwerkstätte
40 Jahre U-Bahn: Einblicke in die Hauptwerkstätte Einblick in die
Hauptwerkstätte
40 Jahre U-Bahn: Einblicke in die Hauptwerkstätte Einblick in die
Hauptwerkstätte
C-Zug 607 auf der Hebebühne in der Hauptwerkstätte Lang nicht unterwegs:
C-Zug 607
40 Jahre U-Bahn: Druckerei in der Hauptwerkstätte Druckerei der
Hauptwerkstätte
Flipdotanzeige eines Zugzielanzeigers aus einem C-Zug Flipdotanzeige aus
einem C-Zug
Ein B-Wagen auf der Schiebebühne Ein B-Wagen auf
der Schiebebühne
Drehgestell eines C-Zug Drehgestell eines
C-Zugs

Vor der Werkstatthalle wurde unter anderem der Syntegra-B-Wagen 496 und ein Hebebühnenfahrzug besichtigt werden; bei letzterem gab es auch kostenlose „Mitfahrten“ in die Höhe.

In der Werkstatthalle waren die verschiedenen Arbeitsfahrzeuge der MVG aufgereiht, die ansonsten meist nur in den Abend- und Nachtstunden durch den Münchner Untergrund unterwegs sind und die vielen großen und kleinen Baustellen mit Arbeitsgerät und Materialien versorgen. Daneben konnten verschiedene Arbeitsschritte im Wartungszyklus der Züge besichtigt werden, u.a. der Austausch von Drehgestellen, der Einsatz der Unterflurdrehbank und verschiedene Hebebühneneinrichtungen.

B-Wagen 498 in der Technischen Basis Syntegra B-Wagen 498 Diesellok 8903 Diesellok 8903 Akkulok 8952 Akkulok 8952 Schwerkleinwagen (SKL) 8935 SKL 8935

Staubsaugerzug "Schlucki" im Betriebshof Nord Staubsaugerzug
„Schlucki“
Nördlich der Werkstatthalle stand auch der Staubsaugerzug „Schlucki“, dessen Saugwirkung mit Demonstrationen an präparierten „Gleisbettvermüllungen“ eindrucksvoll vorgeführt wurde. Ebenso wurde demonstriert, wie mittels hydraulischer Pressen ein U-Bahnzug im Ernstfall angehoben werden kann – sei es wegen eingeklemmten Personen unter dem Zug oder nach einer Entgleisung.

Vor dem Zentrallager der Technischen Basis stand der von den Münchner U-Bahnfreunden herausgeputzte erste Münchner U-Bahnwagen 091 zum Besichtigen. Im Zentrallager selbst wurden Mitfahrten in der „Achterbahn“ angeboten: mit den Förderkörben des Hochregallagers ging es hier bis in schwindelerregende Höhen.

A-Wagen 091 in der Technischen Basis A-Prototyp 091 A-Wagen 091 in der Technischen Basis A-Prototyp 091 A-Wagen 091 in der Technischen Basis A-Prototyp 091

Auch für das leibliche Wohl sowie die kleinen Gäste war gesorgt: in der Kantine gab es eine Auswahl an Speisen und Getränken, die bei musikalischer Umrahmung genossen werden konnten. Im Kinderprogramm gab es neben Kinderschminken, einer Hüpfburg auch einen BMX-Parcours zu absolvieren. Neben Infoständen des MVV, von PRO BAHN, des Arbeitskreises Attraktiver Nahverkehr, der Münchner U-Bahnfreunde und der Interessengemeinschaft S-Bahn München wurde auch ein 1:1 Modell des Führerstands der kommenden Zuggeneration „C2“ ausgestellt, die ab 2013 in München fahren soll.

Andere Berichte:

Tramgeschichten.de: München mag’s mobil: Ein voller Erfolg

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