Geplante Sanierungen und Investitionen im Münchner U-Bahn-Netz

Autor: Florian Schütz — Abgelegt unter: Netz, Störungen und Bauarbeiten, U-Bahnhöfe

Die Münchner U-Bahn wird in den kommenden Jahren an vielen Stellen weiter saniert und modernisiert. Die Münchner Verkehrsgesellschaft fassen in einer Antwort auf eine Stadtratsanfrage die anstehenden Baustellen der kommenden Jahren zusammen. Hier ein Überblick.

Betroffen sind Bahnhöfe, Tunnel, Gleisanlagen, Werkstätten und technische Systeme. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit des Netzes langfristig zu sichern und den Betrieb an steigende Anforderungen anzupassen.

Die Planungen werden dabei in den kommenden Jahren stetig fortgeschrieben und an den technischen Zustand der Anlagen und die angespannte finanzielle Lage angepasst. Viele Maßnahmen sind deshalb eng aufeinander abgestimmt und werden schrittweise umgesetzt.

Hauptbahnhof im Fokus

U-Bahnhof Hauptbahnhof (U4/U5)

Am Hauptbahnhof stehen mehrere größere Maßnahmen an, die im Zusammenhang mit der 2. S-Bahn-Stammstrecke und den bestehenden U-Bahn-Anlagen notwendig werden. Geplant sind unter anderem Verbindungen zwischen den Bahnsteigebenen der 2. S-Bahn-Stammstrecke und dem bestehenden U1/U2-Bauwerk sowie der Umbau betrieblicher Flächen im Bestand. Zusätzlich sollen vier neue Fahrtreppen ins Sperrengeschoss eingebaut werden, was weitere bauliche Ertüchtigungen auf der Bahnsteigebene erfordert.

Auch die U4/U5-Station Hauptbahnhof wird umfassend modernisiert. Vorgesehen sind unter anderem neue Aufzüge und Rolltreppen, um die Barrierefreiheit zu verbessern und die Kapazität der Station zu erhöhen. Ergänzt werden die Arbeiten durch Maßnahmen zur Sicherheit, etwa durch bauliche Einhausungen, Rauchschürzen, erweiterte Rettungswege sowie Entrauchungs- und Löschanlagen.

U3 und U6 werden grunderneuert

Schwerkleinwagen 8933 im U-Bahnhof Implerstraße während der Baustelle auf dem U6-Südast

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Grunderneuerung der U3 und U6. Das Projekt umfasst insgesamt 40 Maßnahmen und wurde in zwei Bauphasen umgesetzt beziehungsweise vorbereitet. Bereits abgeschlossen sind die großen Sperrungen zwischen Brudermühlstraße und Implerstraße sowie zwischen Klinikum Großhadern und Implerstraße.

Zu den wichtigsten Arbeiten zählen der Austausch mehrerer Weichen, die Erneuerung von Stromschienen und Sanierungen an den Hintergleisfassaden. Damit werden Sicherheit, Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit der Infrastruktur verbessert. Während der Bauzeit sorgt ein umfangreicher Schienenersatzverkehr dafür, dass die Mobilität der Fahrgäste möglichst gut erhalten bleibt.

Odeonsplatz und weitere Bahnhöfe

U-Bahnhof Odeonsplatz (U3/U6)

Auch der U-Bahnhof Odeonsplatz soll umfassend optimiert werden. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit, Aufenthaltsqualität und das Sicherheitsempfinden der Fahrgäste zu verbessern. Dazu gehören eine architektonische Neuordnung der öffentlichen Bereiche, eine modernisierte Gestaltung sowie eine bessere Licht- und Farbführung.

Ein zentrales Thema ist die Entlastung des Umstiegs. Vor allem in den Hauptverkehrszeiten kommt es im Verbindungstunnel zwischen U3/U6 und U4/U5 regelmäßig zu Rückstaus. Deshalb ist eine Erweiterung des Zwischengeschosses mit einer zusätzlichen Verbindung der Bahnsteige vorgesehen, um die Wege zu verbreitern, die Kapazität zu erhöhen und das Sicherheitsrisiko zu verringern. Die Generalsanierung der technischen Anlagen soll möglichst im laufenden Betrieb oder in Betriebsruhen erfolgen.

Standsicherheit und Brandschutz

Neben den großen Bahnhöfen stehen auch technische Sanierungen an der Bauwerksstruktur im Mittelpunkt. Dazu gehören die geplanten Schlitzwanddeckelsanierungen an mehreren U-Bahn-Bauwerken. Sie dienen dazu, die langfristige Standsicherheit zu sichern, Fugen dauerhaft abzudichten und Korrosionsschäden an tragenden Bauteilen zu verhindern.

U-Bahnhof Schwanthalerhöhe

Betroffen sind unter anderem Strecken- und Stationsbereiche wie Schwanthalerhöhe, Heimeranplatz, Max-Weber-Platz, Stiglmaierplatz und Karlsplatz/Stachus. Weitere Maßnahmen sind in den nächsten Jahren vorgesehen. Parallel dazu werden Brandschutzmaßnahmen im gesamten U-Bahn-Netz umgesetzt, die aufgrund aktueller gesetzlicher Vorgaben erforderlich sind und bis 2035 abgeschlossen werden sollen.

Technische Basis Fröttmaning

U-Bahnhof Fröttmaning mit angrenzendem Betriebshof Nord

Auch die Technische Basis Fröttmaning wird weiter modernisiert. Dort geht es um Gebäude, Werkstattbereiche und betriebliche Infrastruktur. Erneuert werden unter anderem Werkstattausrüstung, bauliche Anlagen sowie neue Einrichtungen für die Außenreinigung und Teilewäsche von U-Bahnzügen.

Zusätzlich werden Arbeitsstände und Werkstattflächen ertüchtigt, darunter auch Bereiche für die Wartung der C-Wagen. Mit diesen Maßnahmen soll die technische Basis leistungsfähiger und langfristig zuverlässig für den Betrieb der Münchner U-Bahn aufgestellt werden.

Neue Zugsicherung für mehr Kapazität

Mit dem neuen Zugsicherungssystem CBTC wird künftig das bisherige System der Linienzugbeeinflussung ersetzt. Die bisherige Technik ist vom Hersteller abgekündigt und muss mittelfristig ausgetauscht werden. Gleichzeitig schafft CBTC die Grundlage für eine höhere Leistungsfähigkeit im Netz.

Perspektivisch soll damit auch ein Zwei-Minuten-Takt auf den Stammstrecken gewährleistet werden. Angesichts des wachsenden Fahrgastaufkommens gilt das als wichtige Voraussetzung für den künftigen Kapazitätsausbau. Das Projekt ist damit ein zentraler Baustein für die Weiterentwicklung der Münchner U-Bahn.

Finanzierung bleibt Herausforderung

Die geplanten Sanierungen und Erweiterungen sind mit erheblichen Kosten verbunden. Die Investitions- und Instandhaltungsprogramme der Stadtwerke München werden deshalb laufend überprüft und an die finanzielle Gesamtlage angepasst. Eine Beschleunigung einzelner Vorhaben ist unter den aktuellen Rahmenbedingungen nur begrenzt möglich.

Gleichzeitig ist klar: Ohne zusätzliche Mittel von Bund und Freistaat lassen sich die verkehrs- und klimapolitischen Ziele im ÖPNV langfristig kaum erreichen. Die Finanzierung des Ausbaus und der Modernisierung des Netzes bleibt daher eine zentrale Aufgabe für die kommenden Jahre.

Ausblick

Die Münchner U-Bahn steht vor einer der größten Modernisierungsphasen ihrer Geschichte. Viele Projekte greifen ineinander und betreffen sowohl die Bausubstanz als auch die Technik und den laufenden Betrieb. Das Ziel bleibt gleich: ein sicheres, leistungsfähiges und zukunftsfestes U-Bahn-Netz für München.

Ein Kommentar zu “Geplante Sanierungen und Investitionen im Münchner U-Bahn-Netz”

  1. […] umfassenderes Modernisierungsprogramm im Münchner U-Bahn-Netz ein, über das u-bahn-muenchen.de zuletzt im April berichtete. Auch die parallel laufenden Arbeiten an Goetheplatz und Poccistraße zeigen, in welchem Zustand […]

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