| Kurzinfo | |
|---|---|
| Objekt | Ersatzneubau Brückenbauwerk |
| Lage | zwischen Freimann und Kieferngarten |
| Linie | U6 |
| Bestandsbauwerk | 1966–1968, ca. 435 m, 18 Felder |
| Baubeginn | vsl. 07/2031 |
| Fertigstellung | vsl. 12/2034 |
Die Heidemannbrücke, eine rund 435 Meter lange oberirdische Überführung der Linie U6 zwischen den Bahnhöfen Freimann und Kieferngarten, soll durch einen Ersatzneubau ersetzt werden. Ausschlaggebend ist das Alter der Spannbetonbrücke und der im Überbau verbaute Spannstahl, der als spannungsrisskorrosionsgefährdet eingestuft ist.
Ausgangslage
Das bestehende Brückenbauwerk wurde zwischen 1966 und 1968 errichtet und verläuft mit konstanter Konstruktionshöhe über 18 Felder mit Stützweiten von 19,00 bis 33,45 Metern. Der Überbau besteht aus einem in Längs- und Querrichtung vorgespannten Plattenbalken mit jeweils zwei symmetrisch angeordneten Hohlkörpern pro Feld; die Spannglieder der Längsvorspannung liegen in den drei Stegen des Bauwerks.
Der verbaute Spannstahl (Sigma-Oval St 145/160) gilt als potenziell spannungsrisskorrosionsgefährdet. Der Bauwerkszustand wird zwar (Stand Q4/2024) als nicht kritisch eingestuft, eine plötzliche Zustandsverschlechterung lässt sich aber nicht gänzlich ausschließen. Eine bereits 2013/2014 durchgeführte Bauwerksertüchtigung verbesserte zwar das Ankündigungsverhalten im Schadensfall, konnte die Problematik der Spannungsrisskorrosion selbst jedoch nicht beseitigen. Deshalb soll das Bauwerk nun komplett ersetzt werden, an gleicher Stelle und für beide Gleise der Linie U6; das Bestandsbauwerk wird danach vollständig zurückgebaut.
Bedeutung für den Betriebshof Nord
Der Brücke kommt eine besondere Bedeutung für das gesamte Münchner U-Bahn-Netz zu: Sie liegt auf der einzigen Zufahrt zum Betriebshof Nord in Fröttmaning, der bis zur Fertigstellung eines zweiten Betriebshofs in Neuperlach (Betriebshof Süd) für sämtliche Wartungsarbeiten und Kontrolluntersuchungen an den U-Bahn-Zügen sowie für alle Ein- und Ausrückfahrten unerlässlich ist. Eine über längere Zeit gesperrte Brücke würde daher unmittelbar den Zugang zu Werkstätten, Lagern und Abstellanlagen des Betriebshofs gefährden – und damit innerhalb kürzester Zeit auch einen Betrieb auf allen anderen Linien beeinträchtigen. Deshalb ist ein besonderes Planungsziel, den laufenden U-Bahn-Betrieb während der Bauzeit möglichst wenig zu beeinträchtigen; eine Totalsperrung beider Gleise gleichzeitig soll nur in der Größenordnung einzelner Tage nötig werden.
Planungsaufgabe
Grundlösung ist der Ersatzneubau einer zweigleisigen Bahnüberführung unter weitestgehender Aufrechterhaltung des Betriebs („Bauen unter dem rollenden Rad“). Als gleichwertige Varianten werden ein durchgehend zweigleisiger Überbau und zwei getrennte eingleisige Überbauten untersucht, jeweils auch hinsichtlich möglicher Bautechnologien und Bauverfahren. Zum Leistungsumfang zählen daneben die Planung notwendiger Baugrubenverbauten, der Abbruch des Bestandsbauwerks sowie – jeweils optional, je nach Bedarf – ein bauzeitliches Umfahrungsbauwerk zur weiteren Reduzierung von Sperrpausen sowie aktive Maßnahmen gegen bau- und betriebsbedingten Schall- und Erschütterungsschutz.
Eine Umgestaltung der Gleisanlage ist für den Endzustand nicht vorgesehen; während der Bauzeit kann jedoch eine bauzeitliche Verschwenkung der Gleise auf ein Umfahrungsbauwerk erforderlich werden. Nach einer Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2020 wäre davon der Streckenabschnitt zwischen etwa km 7,2+65 und 8,1+00 betroffen. Zwei Abwassersammelkanäle der Münchner Stadtentwässerung queren den Brückenverlauf und müssen bei der Planung berücksichtigt werden.
Randbedingungen
Die Planung muss zahlreiche Zwangspunkte in der Umgebung berücksichtigen: die unterführten Straßen Burmesterstraße, Heidemannstraße (mit seitlich geführten Geh- und Radwegen) und Lützelsteiner Straße, die Anschlussstelle München-Freimann der BAB A9 mit ihren Auf- und Abfahrten, eine Hochspannungsleitung der Bayernwerke mit Masten westlich und östlich der Brücke, die Autobahnmeisterei München-Nord, zwei Zu- und Ausfahrten der Autobus Oberbayern GmbH, den angrenzenden Euro-Industriepark sowie Biotope und ein Retentionsbecken im Bereich der Autobahnauffahrt. Veränderungen an den unterführten Straßen sind für den Endzustand nicht vorgesehen, bauzeitliche Anpassungen aber nicht auszuschließen.
Zeitplan
| Zeitpunkt | Ereignis |
|---|---|
| 2020 | Machbarkeitsstudie im Auftrag der SWM |
| 10/2025 | Beginn der Planungsphasen |
| 07/2031 | geplanter Baubeginn |
| 12/2034 | geplante Baufertigstellung |
Quellen
Leistungsbeschreibung für Architekten- und Ingenieurleistungen „Ersatzneubau Heidemannbrücke U6“ (Objekt-/Tragwerksplanung Ingenieurbauwerke, Objektplanung Verkehrsanlage) der Stadtwerke München GmbH, Vergabe-Nr. SV-CNI-251007-003, Stand 10/2025. Siehe auch die ausführliche Beschreibung des Betriebshofs Nord.