Fahrzeuge der Münchner U-Bahn: Typ C1

Der Typ C1 ist die erste Fahrzeuggeneration der C-Familie und stellt eine grundlegende Neukonzeption gegenüber den Typen A und B dar: Statt kuppelbarer Zwei-Wagen-Einheiten besteht jeder Zug aus sechs fest verbundenen Wagenkästen, die einen durchgehenden Fahrgastraum bilden. Die 18 Fahrzeuge der Baureihen C1.9 und C1.10 wurden zwischen 2000 und 2005 von Siemens (Generalunternehmer) und Bombardier (Wagenkästen, Laufwerk) gebaut und sind seit November 2002 im Münchner U-Bahn-Netz im Einsatz.

Aufbau und Technik

C-Zug 606 als U3 im U-Bahnhof Oberwiesenfeld

Erstmals wurde ein Zug mit sechs durchgängig begehbaren Wagenkästen gebaut, der also nur als Langzug (äquivalent mit drei Einheiten Typ A oder B) verkehrt, ähnlich der BVG Baureihe H. Dieses Mal wurde auf Prototypen verzichtet und gleich eine Lieferung von zehn 6-Wagen-Zügen bestellt. Insgesamt ist ein C-Zug daher einschließlich der Kupplungen 113,98 Meter lang, 2,90 Meter breit und 3,55 Meter hoch. Er hat ein Leergewicht von 164 Tonnen und erreicht mit seinen 2.400 kW Leistung innerhalb von etwa 25 Sekunden seine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h.
Gebaut wurden die C-Züge von Siemens als Generalunternehmer, die Wagenkästen und das Laufwerk stammen von Bombardier.

In der Werkstatt können die 6-Wagen-Züge bis auf einen Mittelwagen verkürzt werden, was aber außer zu Wartungszwecken im Normalbetrieb nicht durchgeführt wird. Lediglich bei Fahrzeugmangel verkehren auch C-Züge in anderen Längen. Unter anderem während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 verkehrte auf der U4 für einige Tage ein C-Zug mit insgesamt nur 5 Wagen, da einer der Mittelwagen einen technischen Defekt aufwies, man aber aufgrund des erhöhten Wagenbedarfs zur Weltmeisterschaft den Zug dennoch benötigte.

Gestaltung und Innenraum

Die Züge wurden vom Designer Alexander Neumeister gestaltet, der auch die ICE 3 der Deutschen Bahn entworfen hat. Der Innenraum ist in den Endwagen sowie in den Sitzgruppen an den Wagenübergängen mit Holzsitzen quer zur Fahrtrichtung ausgestattet, alle anderen Sitzgruppen sind in der für München üblichen Vis-à-vis-Anordnung mit Polstersitzen ausgeführt. Die Fenster reichen weiter herunter als in den A- und B-Wagen. In den Eingangsbereichen der Wagen befinden sich gepolsterte Bereiche, die für stehende Fahrgäste zum Anlehnen gedacht sind.

Betrieb

Seit 11. November 2002 gingen nach diversen Verzögerungen die ersten Einheiten der neuen Wagengeneration in Betrieb, die nun auch über computergesteuerte optische und akustische Fahrgastinformationssysteme verfügen. Insgesamt gibt es 10 Fahrzeuge vom Typ C1.9 sowie 8 Fahrzeuge des lediglich geringfügig abgewandelten Typs C1.10. Sie werden auf allen Linien eingesetzt, auf denen Langzüge verkehren, auf der U4 sind sie deshalb nur selten anzutreffen.

Im Jahr 2020 musste der zuletzt gebaute C-Zug 618 nach einem Unfall abgestellt werden, Teile davon wurden verschrottet, andere als Ersatzteile für die anderen Züge der Baureihe eingelagert.

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