Der U-Bahnhof Sendlinger Tor der U1 und U2 besteht aus zwei durch einen zentralen Querschlag verbundenen Röhrenbahnsteigen, die in Ost-West-Richtung in knapp 20 Metern Tiefe unter der Oberfläche um etwa 40 Meter versetzt zueinander angeordnet sind. Er befindet sich als untere Ebene eines Turmbahnhofs unter den Bahnsteigen der U3 und U6 und ist nach dem an der Oberfläche angrenzenden Stadttor der zweiten Münchner Stadtmauer benannt.
Durch den zentralen Querschlag hat man sowohl eine direkte Umsteigemöglichkeit auf die Bahnsteige der U3 und U6 als auch zum zentralen Sperrengeschoss unter dem Sendlinger-Tor-Platz, das über Roll- und Festtreppen sowie zwei Personenaufzüge zu erreichen ist. Vom Sperrengeschoss aus führen zahlreiche Treppenaufgänge sowie zwei Aufzüge zur Oberfläche auf allen Seiten des Platzes sowie direkt zu den Tramlinien 16, 17, 18, 27 und 28.
Ursprüngliche Gestaltung
Die Wände der ganzen Bahnsteigebene sind mit gelben Mosaikfliesen besetzt, die auf Unterkonstruktionen an den Wänden befestigt sind und im oberen Bereich nach innen gebogen sind. Zwischen den einzelnen Elementen ist jeweils eine dunkle Fuge, die die Fläche gliedert. Das rote Linienband der U1/U2 durchzieht alle Wandflächen. Die Decken sind mit den für die 1980 eröffneten U8/1-Bahnhöfe typischen weißen Aluminiumlamellen bestückt, die quer zur Hauptgehrichtung und zu den Lichtbändern angeordnet sind. Auf Höhe der Querungen der U3/U6 sind die Bahnsteigwände und Decken besonders verstärkt.
Der Bahnhof wurde unter den bestehenden Bahnsteigen der U3 und U6 bergmännisch in Spritzbetonbauweise errichtet; lediglich im Bereich der Unterquerung der Nord-Süd-Strecke war bei deren Bau bereits eine Bauvorleistung erbracht worden.
Umbau 2017–2023
Ab 2017 wurde der Bahnhof im Zuge des Gesamtumbaus beider Sendlinger-Tor-Ebenen deutlich erweitert. Die Umsteigesituation zwischen den Bahnhöfen der U1/U2 und U3/U6 wurde verbessert, indem die Anordnung der Treppen zwischen den Bahnsteigen verändert und um neue Treppen ergänzt wurde. Der Entwurf stammt vom Architekturbüro Raupach und Bohn, das Lichtkonzept vom Designer Ingo Maurer. Die Bahnsteigebene der U1/U2 wurde farblich mit hellen Böden und einer gelben Decke akzentuiert.1
Seit 30. April 2020 ist das Erweiterungsbauwerk unter der Sonnenstraße in Betrieb; es verbindet die U1/U2-Ebene mit einem neuen direkten Ausgang zur Sonnenstraße. Seit 4. November 2020 ist der erste umgebaute Oberflächenausgang in Betrieb. Im Jahr 2023 wurde der Umbau abgeschlossen.
Betrieblich wird der Bahnhof zur Unterscheidung mit dem gleichnamigen Bahnhof der Linien U3 und U6 als "Sendlinger Tor (unten)" bezeichnet.
Weitere Bilder der ursprünglichen Gestaltung
Weitere Bilder des U-Bahnhofs Sendlinger Tor