Kein Bahnsteigausbau stark belasteter Umsteigebahnhöfe

6. August 2007

Einfahrender A-Wagen am Sendlinger Tor In München ist ein Ausbau der stark belasteten Umsteigebahnhöfe Odeonsplatz, Hauptbahnhof und Sendlinger Tor durch Bahnsteigerweiterungen wie der sogenannten spanischen Lösung in Form von separaten Ausstiegsbahnsteigen aus technischen Gründen nicht möglich. Dies berichtet Baureferentin Rosemarie Hingerl auf eine Anfrage des Stadtrats Alexander Reissl (SPD) hin.

In München sind die genannten Innenstadtbahnhöfe sehr stark von Fahrgästen frequentiert, was zu größerem Gedränge führt. Aus diesem Grund wäre eine Entlastung der Bahnhöfe durch bauliche Erweiterungen wünschenswert, wie am Marienplatz, wo die Bahnsteigbreite durch je einen parallelen Fußgängertunnel erweitert wurde, der die Umsteiger zur S-Bahn aufnimmt, bereits geschehen. Ähnliche Erweiterungen sind an den anderen Bahnhöfen allerdings aus Platzgründen nicht möglich.

Auch die von Stadtrat Alexander Reissl vorgeschlagenen Ausstiegsbahnsteige auf der anderen Seite des Gleises, wie sie bei der S-Bahn am Marienplatz, Stachus und Hauptbahnhof eingerichtet sind, sind laut Hingerl nicht nachrüstbar. Da nach der BOStrab, dem Gesetzeswerk für Straßen- und U-Bahnen, von der neu zu erstellenden Bahnsteigkante mindestens zwei Meter frei von Einbauten zu halten sind, müsste die gesamte bisherige Tunnelwand in diesem Bereich unterfangen und abgebrochen werden. Dies wäre technisch sehr anspruchsvoll und im laufenden Betrieb nicht möglich.

Bahnhof Hauptbahnhof

Am Hauptbahnhof ist die Nachrüstung auf der Ebene der U1/2 schon allein aus geometrischen Gründen nicht möglich, da zwischen den Gleisen der U2 nur wenige Meter Abstand liegen, und eine Verbreiterung des Bahnhofes wegen anderer Einbauten wie dem Hauptbahnhof, Zufahrten zur Tiefgarage und ähnlichem nicht möglich ist. Bei einer Verteilung des Bahnhofes auf zwei Stockwerke dagegen müsste die geplante 2. S-Bahn-Stammstrecke um weitere 8 bis 9 Meter tiefer angelegt werden als bisher geplant. Außerdem würden die Bauarbeiten eine Totalsperrung der U1/2 für drei bis fünf Jahre sowie zeitweise Sperrungen der U4/5 sowie der S-Bahn erfordern.

Bahnhof Sendlinger Tor

Die Erweiterung des Bahnsteiges der U3/6 ist hier nicht möglich, da sich seitlich das Bauwerk der Kreissparkasse mit einer Tiefe von drei Stockwerken befindet. Auch eine Ausstattung des U1/2-Bahnsteiges mit Außenbahnsteigen ist nicht möglich, da die Bauwerkssohle des Bahnhofs der U3/6 in den benötigten Bereich hereinragt.

Bahnhof Odeonsplatz

Am Odeonsplatz wäre für zusätzliche Außenbahnsteige der nötige Platz vorhanden. Für die Erschließung der Bahnsteige müssten jedoch Kellergeschosse der benachbarten Bebauung in Anspruch genommen werden, was als nicht durchsetzbar angesehen wird. Darüber hinaus wird für die Bauarbeiten - deren bautechnische Umsetzbarkeit aber noch nicht untersucht wurde - pro Bahnsteiggleis eine Bauzeit von mindestens einem Jahr veranschlagt, wobei das betreffende Gleis während der Bauarbeiten vollständig gesperrt werden müsste. Diese Betriebseinschränkung ist allerdings nicht hinnehmbar, so dass auch hier eine solche Baumaßnahme nicht in Frage kommt

1