Der U-Bahnhof Trudering ist mit etwa 24 Meter Bahnsteigtiefe einer der tiefsten Münchner U-Bahnhöfe. An der Oberfläche ist hier ein Umstieg zur S-Bahnlinie S4 und S6 in Richtung Grafing und Ebersberg sowie zu zahlreichen Buslinien möglich, die Trudering und Waldtrudering erschließen.
Aufbau
Im Gegensatz zu den anderen Bahnhöfen auf der U2-Ost besteht der Bahnhof in Trudering aus zwei in bergmännischer Bauweise errichteten und durch zwei Querschläge verbundenen Bahnsteigröhren. Jeweils um eine halbe Bahnsteiglänge versetzt liegen sie in einer leichten Kurve; er wurde unterhalb des Grundwassers erstellt.
Am westlichen Ende des Bahnsteiges führen Rolltreppen in ein Sperrengeschoss, von dem aus die Oberfläche südlich der Bahntrasse sowie der S-Bahnsteig erreicht werden kann. Am östlichen Ende ist ein größeres Sperrengeschoss per Rolltreppen, Lift und Festtreppen zu erreichen, über das sowohl die S-Bahn wie auch der Busbahnhof und die nördlichen Teile Truderings (Kirchtrudering) erreichbar sind. Hier befindet sich ein Kiosk sowie eine Toilettenanlage. Die Rolltreppen zum S-Bahnsteig waren ursprünglich nicht geplant; sie wurden vom Bezirksausschuss Trudering-Riem gefordert und nach einer Unterschriftensammlung mit 8.000 Unterzeichnern tatsächlich realisiert.
Gestaltung
Der Bahnhof wurde vom U-Bahn-Referat der Stadt München geplant; der Innenausbau, der Busbahnhof sowie der Gedenkstein wurden von Julia Mang-Bohn und Peter Bohn gestaltet. Die Wandbilder im Tunnel zur S-Bahn stammen von Sophie Kaiser.
Die Hintergleiswände des Bahnhofs sind in knalligem Rot gestrichen, auf dem der Bahnhofsname mit weißer Farbe direkt aufgemalt ist. Die restlichen Teile des Bahnsteigs und der Sperrengeschosse sind mit Aluminiumelementen in verschiedenen Bearbeitungen verkleidet, teilweise auch nur rot gestrichen. Das Licht des durchlaufenden Lichtbandes an der Bahnsteigdecke wird durch Reflektionen der Aluminiumkonstruktion über den ganzen Bahnsteig verteilt.
Die Bilder im durch Oberlichter erhellten östlichen Verbindungstunnel zur S-Bahn haben einen besonderen heimatkundlichen Bezug. In Ludwig Thomas Stück „Erste Klasse" hält der Zug der Lokalbahn auch am königlich bayrischen Bahnhof Trudering. Ludwig Thoma lässt einen Chor am Bahnsteig das Lied
„Hakl'n tean mar aa mit de Finga, drum san ma de lustinga Trudaringa"
singen – das Fingerhakeln wird besungen. Sophie Kaiser hat daher in den Wandbildern die Motive Fingerhakeln und Armdrücken aufgenommen. Die Darstellungen der Figuren sind in Siebdruck-Technik auf Aluminium ausgeführt und mit historischen Motiven aus dem Truderinger Alltag versehen.
Sonstiges
Während der Bauarbeiten zur Strecke kam es zu einem Unfall, bei dem die Decke des neu aufgefahrenen Tunnels einstürzte und ein Bus in den entstehenden Krater nachrutschte. Im Bus kamen zwei Fahrgäste zu Tode, ein Bauarbeiter ebenfalls. »» siehe Unglück beim Bau der U2
Weitere Bilder des U-Bahnhofs Trudering