Erneut Probleme mit den C-Zügen

27. Dezember 2006

C-Zug 608 an der Implerstraße Wagen vom Typ C Nachdem bereits im November sechs Züge vom Typ C1.9 wegen Mängeln zeitweise außer Betrieb genommen werden mussten, erfolgte kurz vor Weihnachten eine erneute Abstellung von diesmal 10 Zügen.

Wie die Münchner Verkehrsgesellschaft bereits am 20. November meldete, gibt es Probleme mit den neuen Zügen vom Typ C. Sechs der 18 Fahrzeuge mussten damals vorübergehend außer Betrieb genommen werden, nachdem mögliche Schäden festgestellt wurden. Zwischenzeitlich konnten vier dieser sechs Züge nach Austausch von Komponenten des Drehgestells wieder in Betrieb genommen werden, die Wiederinbetriebnahme der restlichen zwei Züge hatte sich noch verzögert. Kurz vor Weihnachten riet der Hersteller nun erneut zu einer Außerbetriebnahme, dieses Mal der ganzen Bauserie C1.9 mit insgesamt zehn Langzügen.

Grund für die diesmalige Rückrufaktion des Herstellers Siemens sind mögliche Schäden an Radsatzwellen und Getriebegehäusen, die zwar noch nicht akut waren, aber zu Problemen hätten führen können. Bei Dauerbelastungstests einer Stahlcharge, die zur Herstellung der Radsatzwellen verwendet wurde, hatten sich Mängel ergeben. Laut MVG wurden die Achsen aber regelmäßig auf Risse untersucht, so dass zu keiner Zeit eine Gefährdung der Fahrgäste bestanden habe, allerdings habe man sich als "maximale Vorsichtsmaßnahme" für die Außerbetriebnahme der Fahrzeuge entschlossen.

Zuständig für den Bau der Drehgestelle war die Firma Bombardier im Auftrag der Firma Siemens. Die MVG wartet nun auf Vorschläge beider Firmen und des Radsatzherstellers, wie das Problem dauerhaft behoben werden kann. Aufgrund der momentan hohen Nachfrage an Stahl kann sich die Lieferung neuer Radsätze allerdings verzögern. Durch Tausch von Drehgestellen - von den insgesamt 240 verbauten Radsätzen sind nur etwa 100 von den Problemen betroffen - will die MVG zumindest einige Züge kurzfristig wieder in Betrieb nehmen.

Rückrufaktionen wie diese waren vor einiger Zeit für manche Verkehrsbetriebe zum Problem geworden, als Siemens große Teile der Niederflurstraßenbahnen vom Typ Combino zurückrufen musste. Die MVG hat wegen der verschobenen Ausmusterung älterer Fahrzeuge vom Typ A wegen WM und Papstbesuch derzeit glücklicherweise einen Überbestand an Fahrzeugen, mit dem der Ausfall der sechs Züge aufgefangen werden konnte. Herbert König, der Geschäftsführer der MVG, hält Engpässe mit Beginn der Schulzeit nach den Ferien allerdings für nicht ausgeschlossen.

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