{"id":8,"date":"2007-02-18T22:01:23","date_gmt":"2007-02-18T21:01:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.muenchnerubahn.de\/blog\/2007\/02\/nichts-ist-fur-die-ewigkeit\/"},"modified":"2024-10-20T12:35:09","modified_gmt":"2024-10-20T10:35:09","slug":"nichts-ist-fur-die-ewigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.u-bahn-muenchen.de\/blog\/2007\/02\/nichts-ist-fur-die-ewigkeit\/","title":{"rendered":"Nichts ist f\u00fcr die Ewigkeit"},"content":{"rendered":"<p><strong>Pl\u00e4doyer f\u00fcr die Umgestaltung \u00e4lterer U-Bahnh\u00f6fe<\/strong><\/p>\n<p>In der S\u00fcddeutschen Zeitung war vor einigen Wochen zu lesen, da\u00df in den n\u00e4chsten Jahren einige U-Bahnh\u00f6fe zur Sanierung anst\u00fcnden. Es wurde in erster Linie von den 1971\/72 er\u00f6ffneten Bahnh\u00f6fen gesprochen, namentlich wurde, wenn ich das richtig im Kopf habe (ich finde den Artikel nicht mehr), u.a. von der M\u00fcnchner Freiheit gesprochen.<br \/>\nIn dem Artikel wurde auch die Frage aufgeworfen, ob die Bahnh\u00f6fe nur saniert werden d\u00fcrfen oder auch umgestaltet. Diese Frage wird wohl in den entscheidenden Gremien intensiv und kontrovers diskutiert.<\/p>\n<p>Bei dieser Frage darf man in meinen Augen einen Punkt nicht au\u00dfer Acht lassen: Welchem Zweck dient ein U-Bahnhof?<\/p>\n<p>Ein U-Bahnhof ist in erster Linie ein Geb\u00e4ude, das wartenden Fahrg\u00e4sten Platz, Atmosph\u00e4re und ein Gef\u00fchl von Sicherheit bieten soll. Die Gestaltung sollte dem Rechnung tragen.<br \/>\n[img id=mu_5 align=left] Man hat die Bahnh\u00f6fe nach den vorgegebenen Standards geplant und gebaut. Da kann es nicht verwundern, da\u00df ein Bahnhof wie [bflink id=MU] nicht mehr so frisch wirken kann wie das [bflink id=OE].<br \/>\nGerade an der M\u00fcnchner Freiheit nagt der Zahn der Zeit. Die eine odere Wandplatte musste schon ausgewechselt werden, worunter das harmonische Bild ein wenig leidet. An manchen Stellen wirkt der Bahnhof sehr bedr\u00fcckend &#8211; vor allem an der Nordseite, wor\u00fcber sich das Sperrengescho\u00df befindet. Der Bahnhof ist nicht nur im U-Bahnnetz ein wichtiger Knotenpunkt. Das weitl\u00e4ufige Sperrengescho\u00df ist ist auch ein belebter und beliebter Anlaufpunkt, weil sich dort einige Gesch\u00e4fte (Hertie, Schuldenberg, u.a.) und ein Eingang zu den Kinos an der M\u00fcnchner Freiheit befinden. Eigentlich zieht sich der U-Bahnhof bis zum Caf\u00e9 am Forum.<\/p>\n<p>Die notwendige Umgestaltung mit dem Neubaubau der beiden Durchg\u00e4nge am [bflink id=MP] zeigt sehr eindrucksvoll, was man gewinnen kann, wenn man es wagt. Die Bahnsteigr\u00f6hren haben sehr viel Atmosph\u00e4re gewonnen. Auch die nachtr\u00e4glichen Lifteinbauten an der Giselastra\u00dfe und Universit\u00e4t zeigen am Nord- bzw. S\u00fcdaufgang (Uni) nicht mehr den Ursprungszustand. An der [bflink id=GI] wurde die Wandverkleidung an der Liftseite mit einer kleinen U-Bahn-Dauerausstellung versehen, an der [bflink id=UN] mu\u00dfte die komplette Festtreppe zum Bahnsteig versetzt werden, um den Lift \u00fcberhaupt unterzubringen.<br \/>\nAn der [bflink id=AH] hat der Bahnsteig eine andere Perspektive gewonnen, weil man den Nordaufgang vor ein paar Jahren nachtr\u00e4glich eingbaut hat.<br \/>\nAnsonsten wirken die Bahnh\u00f6fe wirken wenig inspiriert und haben sehr viele \u00c4hnlichkeiten untereinander. Unterschiede sind eigentlich nur bei den Farben der Platten und an den Pfeiler (Form und Farbe) zu erkennen. Die Lichtgstaltung bietet wenig Abwechslung.<br \/>\nWas man alleine mit Licht ver\u00e4ndern kann, zeigt der <a href=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/0\/08\/Essen-station-essenhbf.jpg\/800px-Essen-station-essenhbf.jpg\">Stadtbahnhof Essen Hauptbahnhof<\/a>. Der Bahnhof war bis zur Umgestaltung ein tristes Loch, jetzt wirkt er durch das Blau fast schon spacig.<br \/>\nNat\u00fcrlich kann man aus dem [bflink id=GO] posthum keinen zweiten [bflink id=GB] machen, darum geht es auch nicht. Aber die f\u00e4llige Sanierung bietet die Gelegenheit, die Bahnh\u00f6fe untereinander unverwechselbarer zu gestalten. Diese Chance darf in meinen Augen nicht vertan werden!<\/p>\n<p>Ich wei\u00df nicht, ob und inwieweit die Architekten bei Umbauten bzw. Umgestaltungen ein Mitsprachrecht haben, aber viele Bahnh\u00f6fe, die in den Jahren 1971 &#8211; 1983 entstanden sind, sind in den eigenen Reihen konzipiert worden. Die Frage darf in meinen Augen auch keinen gro\u00dfen Raum einnehmen, da diese Bauten Zweckbauten sind.<\/p>\n<p>Architektur wirkt nur dann lebendig, wenn sie auch ver\u00e4ndert werden darf. Das gilt f\u00fcr vor allem f\u00fcr Bauwerke wie U-Bahnh\u00f6fe, die nicht einfach abgerissen (bzw. zugesch\u00fcttet) werden k\u00f6nnen, um sie neu wieder zu errichten. Die Architektur in den M\u00fcnchner U-Bahnh\u00f6fen hat in den letzten 20 Jahren zu recht sehr viel an Reputation gewonnen. Diese kann durch Mut bei der Umgestaltung der alten Bahnh\u00f6fe weiter gesteigert werden.<br \/>\nTraut Euch!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pl\u00e4doyer f\u00fcr die Umgestaltung \u00e4lterer U-Bahnh\u00f6fe In der S\u00fcddeutschen Zeitung war vor einigen Wochen zu lesen, da\u00df in den n\u00e4chsten Jahren einige U-Bahnh\u00f6fe zur Sanierung anst\u00fcnden. 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