{"id":125,"date":"2010-10-11T21:41:03","date_gmt":"2010-10-11T19:41:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.muenchnerubahn.de\/blog\/?p=125"},"modified":"2021-06-19T13:16:07","modified_gmt":"2021-06-19T11:16:07","slug":"auslegung-planunterlagen-martinsried","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.u-bahn-muenchen.de\/blog\/2010\/10\/auslegung-planunterlagen-martinsried\/","title":{"rendered":"Auslegung Planunterlagen Martinsried"},"content":{"rendered":"<p>In zwei Monaten endet der seit 1965 bisher ununterbrochene U-Bahn-Ausbau in M\u00fcnchen mit der Er\u00f6ffnung der Strecke nach Moosach vorerst &#8211; doch das n\u00e4chste Projekt schreitet bereits voran: Noch bis Dienstag, 19.10. k\u00f6nnen die Planfeststellungsunterlagen f\u00fcr die Verl\u00e4ngerung der U6 nach Martinsried \u00f6ffentlich eingesehen werden.<\/p>\n<p>Die Auslegung ist Montag bis Donnerstag, 9 bis 18 Uhr sowie Freitag von 9 bis 14 Uhr im Auslegungsraum in der Blumenstra\u00dfe 28b zug\u00e4nglich.<\/p>\n<p>Bei diesem Bauprojekt wird die Linie U6 nun auch am S\u00fcdende das Gebiet der Stadt M\u00fcnchen verlassen. Bautr\u00e4ger ist daher auch die Gemeinde Planegg, die mit der Planung und Baudurchf\u00fchrung allerdings das Baureferat der Stadt M\u00fcnchen beauftragt hat. Grund f\u00fcr die Verl\u00e4ngerung ist die Ansiedlung von naturwissenschaftlichen und medizinischen Forschung- und Lehreinrichtungen der Ludwigs-Maximilians-Universit\u00e4t in einem Campus, wodurch hier mit gro\u00dfen Fahrgastzahlen gerechnet wird, f\u00fcr die eine Buserschlie\u00dfung nicht mehr ausreichend ist. Die Reisezeit vom Marienplatz nach Martinsried soll sich durch den Neubau je nach Takt von 29 Minuten auf 21 bzw. 23,5 Minuten reduzieren.<\/p>\n<h3>Vorgeschichte<\/h3>\n<p>Bereits im Jahr 1998 wurden die Planungen zu der U6-Verl\u00e4ngerung gestartet, und eine Standardisierte Bewertung in Auftrag gegeben, die einen f\u00fcr die F\u00f6rderung n\u00f6tigen Nutzen-Kosten-Faktor von deutlich \u00fcber 1 best\u00e4tigte. Im April 2006 hat die Gemeinde Planegg das M\u00fcnchner Baureferat beauftragt, die Planungen zu aktualisieren. Da zwischenzeitlich entschieden wurde, das biotechnologische Zentrum bis zum Jahr 2014 fertigzustellen, hat der Gemeinderat von Planegg am 2.4.2009 beschlossen, die Ma\u00dfnahmenstr\u00e4gerschaft zu \u00fcbernehmen. Am 20.7.2009 hat au\u00dferdem der Kreistag des Landkreises M\u00fcnchen beschlossen, 2\/3 des kommunalen Anteils der Baukosten zu \u00fcbernehmen. Am 26.2.2010 wurde durch die Regierung von Oberbayern die Streckengenehmigung erteilt. Die Finanzierung des Projektes soll durch Mittel der Gemeinde Planegg, des Landkreises M\u00fcnchen, des Freistaates Bayern und der Bundesrepublik Deutschland sowie durch Sondermittel des Staatsministeriums f\u00fcr Wissenschaft, Forschung und Kunst erfolgen<\/p>\n<h3>Zeitplan<\/h3>\n<p>Der Bauzeitplan sieht einen Baubeginn bereits im Jahr 2011 vor. Die Fertigstellung der Rohbauarbeiten ist f\u00fcr 2013 geplant, die Inbetriebnahme wird f\u00fcr 2014 angestrebt. Auf Grund der einfachen Baubedingungen &#8211; die Strecke hat wenig direkte Anwohner, au\u00dferdem sind keine Grundwasserabsenkungen n\u00f6tig &#8211; d\u00fcrfte dieser auf den ersten Blick sehr ehrgeizig wirkende Zeitplan durchaus realistisch sein.<\/p>\n<h3>Streckenverlauf<\/h3>\n<p>[img id=gleisplanmartinsried size=mittel2 align=right text=Gleisplan]Der Bauabschnitt hat eine L\u00e4nge von nur 992m, au\u00dferdem wird nur ein neuer U-Bahnhof errichtet. An die bestehende dreigleisige Abstellanlage westlich des Bahnhofs [bflink id=KL] schlie\u00dft sich ein neuer dreigleisiger Streckentunnel an. Auf diese Art wird das mittlere Abstellgleis auf die L\u00e4nge von drei Langz\u00fcgen verl\u00e4ngert, so dass die bisherige Abstellkapazit\u00e4t erhalten bleibt. Das neue Abstellgleis wird auch am westlichen Ende an beide Streckengleise angeschlossen, so dass auch die in Martinsried endenden Z\u00fcge dieses direkt erreichen k\u00f6nnen. Anschlie\u00dfend folgt vor dem Bahnsteig noch ein doppelter Gleiswechsel, \u00fcber den die wendenden Z\u00fcge auf einen der beiden freien Bahnsteige wechseln k\u00f6nnen. Westlich des Bahnsteiges wird das Gleis noch um einen regul\u00e4r nicht befahrenen sogenannten Durchrutschweg verl\u00e4ngert, auf eine Wende- und Abstellanlage wird allerdings analog zu Garching Forschungsgel\u00e4nde verzichtet.<\/p>\n<p>Die Strecke befindet sich durchg\u00e4ngig in einfacher Tiefenlage, der Bahnsteig wird sich daher nur etwa sechs Meter unter dem Gel\u00e4nde befinden.<\/p>\n<p>Eine &#8211; durch die geringe Bebauung grunds\u00e4tzlich m\u00f6gliche &#8211; oberirdische F\u00fchrung der Trasse wurde verworfen, da eine Verl\u00e4ngerung des Abstellgleises mittig zwischen den beiden Streckengleisen dabei nicht m\u00f6glich gewesen w\u00e4re, und damit eine kostspielige Abstellanlage westlich des Bahnhofes h\u00e4tte errichtet werden m\u00fcssen, wodurch sich die finanziellen Vorteile wieder deutlich reduziert h\u00e4tten. Au\u00dferdem h\u00e4tten L\u00f6sungen f\u00fcr die Querung der Trasse durch durch Passanten sowie Tiere gefunden werden m\u00fcssen, und die Zufahrt zu verschiedenen Grundst\u00fccken w\u00e4re beeintr\u00e4chtigt worden.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"640\" height=\"480\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\" marginheight=\"0\" marginwidth=\"0\" src=\"http:\/\/maps.google.de\/maps\/ms?ie=UTF8&amp;hl=de&amp;t=h&amp;msa=0&amp;msid=109947145919210707518.0004925a33774637f7288&amp;ll=48.108577,11.464362&amp;spn=0.013755,0.027466&amp;z=15&amp;output=embed\"><\/iframe><br \/>\n<small><a href=\"http:\/\/maps.google.de\/maps\/ms?ie=UTF8&amp;hl=de&amp;t=h&amp;msa=0&amp;msid=109947145919210707518.0004925a33774637f7288&amp;ll=48.108577,11.464362&amp;spn=0.013755,0.027466&amp;z=15&amp;source=embed\" style=\"color:#0000FF;text-align:left\">U-Bahn Martinsried<\/a> auf einer gr\u00f6\u00dferen Karte anzeigen<\/small><\/p>\n<ul>\n<li>Blau: Bestehende Abstellanlage<\/li>\n<li>Rot: Neubaustrecke<\/li>\n<li>Gelb: Bahnsteig und Bahnsteigzug\u00e4nge<\/li>\n<li>Gr\u00fcn: Sparten<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Der Bahnhof<\/h3>\n<p>Die Bahnhof Martinsried befindet sich 1183m vom Bahnhof [bflink id=KL] entfernt. Aufgrund der geringen Tiefenlage schlie\u00dfen sich an den 120m langen, 7,50m breiten und geraden Bahnsteig auf beiden Seiten auf selber Ebene die Sperrengescho\u00dfe an. Am \u00f6stlichen Bahnsteigende wird dabei eine Treppenanlage mit Wechselrolltreppe errichtet, am westlichen Bahnhofsende eine 135m lange, behindertengerechte Rampe den Bahnhof zug\u00e4nglich machen. Au\u00dferdem wird in Bahnhofsmitte eine weitere Festtreppe und am \u00f6stlichen Bahnsteigende ein Aufzug installiert.<\/p>\n<h3>Bauablauf<\/h3>\n<p>Die Strecke zwischen den beiden Bahnh\u00f6fen wird in Deckelbauweise errichtet, das hei\u00dft es werden zuerst die W\u00e4nde mit gro\u00dfen Bohrmaschinen in Bohrpfahltechnik gebaut. Anschlie\u00dfend wird die Decke betoniert, danach kann unter dem fertigen Deckel die Erde ausgehoben werden. Als letztes wird dann der Boden der Baugrube betoniert. Der Bahnhof selber wird in offener Baugrube erstellt. Aufgrund der gro\u00dfz\u00fcgigen Platzverh\u00e4ltnisse wird dabei zuerst eine Baugrube ohne Abst\u00fctzungen ausgehoben, so dass auf beiden Seiten relativ breite B\u00f6schungen entstehen. In diese Baugrube wird dann der Bahnhof gebaut, anschlie\u00dfend kann die Grube wieder zugesch\u00fcttet werden<br \/>\nDie Bauwerke liegen dabei auf ganzer L\u00e4nge entweder \u00fcber oder nur geringf\u00fcgig im Grundwasser, daher kann auf D\u00fcker verzichtet werden. Nur f\u00fcr eine kreuzende Abwasserleitung muss eine Pumpstation errichtet werden, um das Abwasser \u00fcber den Tunnel pumpen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nZum Schutz der umliegenden Bebauung vor Ersch\u00fctterungen durch die Z\u00fcge wird die Strecke teilweise \u00fcber ein Masse-Feder-System, teilweise \u00fcber Unterschottermatten gefedert.<\/p>\n<h3>Technische Einrichtungen<\/h3>\n<p>Der Bahnhof Martinsried wird neben den \u00fcblichen Einrichtungen wie Niederspannungsverteilung und Pumpanlagen mit einem Gleichrichterwerk am westlichen Ende des Bahnhofes ausgestattet, das die Stromschiene mit Fahrstrom versorgen wird. Als Brandschutz sind \u00fcber dem Bahnsteig Entrauchungs\u00f6ffnungen angeordnet, die gleichzeitig auch den Bahnhof mit Tageslicht versorgen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In zwei Monaten endet der seit 1965 bisher ununterbrochene U-Bahn-Ausbau in M\u00fcnchen mit der Er\u00f6ffnung der Strecke nach Moosach vorerst &#8211; doch das n\u00e4chste Projekt schreitet bereits voran: Noch bis Dienstag, 19.10. k\u00f6nnen die Planfeststellungsunterlagen f\u00fcr die Verl\u00e4ngerung der U6 nach Martinsried \u00f6ffentlich eingesehen werden. 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